Parvati Sharma
Name:
Parvati Sharma
Spitz-/Rufname:
Für Familienangehörige und Freunde heißt sie Paro. Allerdings muss man sich die Benutzung ihres Spitznamens erst verdienen. Sie lässt nicht jeden an sich heran und nur die, die ihr was bedeuten, dürfen ihren Namen abkürzen. Falls jemand sonst auf die Idee kommt, irgendwelche Verniedlichungen zu verwenden, kann sie sehr schnell arrogant und abweisend wirken, auch wenn das eigentlich nicht ihre Art ist.
Alter:
Parvati wurde im Sommer geboren und feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag. Sie ist ein Julikind und liebt diesen Monat besonders.
Herkunft:
Die Geburtsstadt der Inderin liegt in Goa, einem wunderschönen Gebiet an der Westküste Indiens. Einige Jahre hatte die Familie dort verbracht, bis sie nach England zogen als Parvati gerade sieben war. Sie kann sich noch gut an Indien erinnern und vermisst ihre Heimat oft, auch wenn sie sich in England recht bald eingelebt hatten. Wie ihre jüngere Schwester Nareva fährt sie ab und zu in ihre Heimat um dort durch die indischen Läden zu tigern und zu stöbern. sowie ihre Freundinnen zu besuchen. Immer wieder bringt sie Kleinigkeiten aus Indien mit, um ihr Zimmer ein wenig zu verschönern.
Familie:
Großmutter:
Rea Sharma - Die Großmutter der vier Sharmaschwestern lebt in Indien. Anders als der Rest der Familie blieb sie in Goa zurück und wird dort regelmäßig von Parvati besucht, die ihre Oma recht gern hat. Rea ist eine Seherin, die ihre Gabe allerdings an keines ihrer Kinder weiter gegeben hat. Erst ihre Enkelin Nareva zeigte wieder die Gabe der Großmutter.
Vater:
Raj Sharma - Ein Sohn von Rea und das Familienoberhaupt im Hause Sharma. Der Vater der Vier ist Gestaltwandler und hat sich, als er sich entscheiden musste, ob er für das Licht kämpft oder lieber ohne einzumischen lebt, sich für die helle Seite entschieden.
Mutter:
Chandra Sharma - Ebenso wie ihr Mann hat sich Chandra für die Seite des Lichts entschieden, als sie zu wählen hatte. Sie ist eine gute Hexe und hat ihre Gabe nur an ihre älteste Tochter Parvati weiter gegeben, die sich ebenso, wie die Familie, für das Licht entschied. Mit ihren vier Mädchen hat Chandra kaum Freizeit, aber um nichts in der Welt wollte sie ihre Kinder missen, die sie genauso liebt wie ihren Mann.
Schwestern:
Nareva Sharma - Sie ist zwei Jahre jünger als die älteste Tochter und eigentlich komplett anders als Parvati. Man könnte sie als einen Wirbelwind bezeichnen: Spontan, stur und ungestüm sind die Schlagworte, die sie wohl am Besten beschreiben. Allerdings ist Reva auch recht liebevoll und absolut verschwiegen, wenn es um diejenigen geht, die sie liebt. Ihre Familie bedeutet ihr alles und hier ist sie auch am glücklichsten. Ihre Gabe ist die einer Seherin und sie hat sie von ihrer Großmutter Rea geerbt. Sie arbeitet auch im Laden ihrer großen Schwester mit, hat nebenbei allerdings einen Nachtclub, das "Black Orchid", in dem sie als Barkeeperin arbeitet.
Anila Sharma - Wie Nareva ist sie ein recht stürmisches Wesen. Diese Zwei sind auch nicht nur durch die Geschwisterbande eng verbunden sondern sind auch sonst recht oft zusammen zu sehen. Die Gestalt eines schwarzen Panthers ist Anila zu eigen. Die Gabe der Gestaltwandlung hat sie von ihrem Vater geerbt. Wie auch Nareva und Maya ist sie recht oft im Zauberladen von Parvati zu finden, um sich dort die Zeit zu vertreiben. Arbeiten tut sie dort nicht wirklich, viel eher ist es so, dass sie dort manchmal anzutreffen ist, wenn sie eigentlich ihre Vorlesungen in 'Bibliothekswesen' hätte. Auch in Narevas Club hilft sie manchmal ein wenig mit.
Maya Sharma - Das Nesthäkchen der Familie Sharma ist Maya mit ihren 17 Jahren. Sie ist die Einzige, die keine Gabe zu besitzen scheint. Ganz anders als alle der Familie ist sie ein normaler Mensch und wird vor allem von ihren Schwestern Nareva und Anila öfters spaßeshalber deswegen aufgezogen. Allerdings hofft wohl die ganze Familie, dass ihre Gabe nur ein wenig später zu Tage kommen würde. Neben ihrer Schule versucht sich Maya durch allerlei kleine Jobs wie Zeitungen austragen, ihren Schwestern helfen und Hunde ausführen ein wenig das Taschengeld aufzubessern.
Rasse:
Andere / Hexe
Parvati beherrscht Telekinese in großem Ausmaß. Sie kann alles bewegen, was sie möchte, was sie allerdings nur für brauchbare Zwecke einsetzt.
Weiters beherrscht sie das Element der Erde, wodurch sie Pflanzen zum Sprießen bringt, ebenso wie sie sie verdorren lassen kann. Ihr kleiner Laden ist zusätzlich auch ein Blumenmeer, ebenso ihr Zimmer.
Zugehörigkeit:
Paro gehört zu den Wächtern der Nacht, für die sie sich nach reiflicher überlegung entschieden hat. Ebenso wie ihre Eltern dient sie nun dem Guten und muntert auch ihre Schwestern ab und zu auf, sich zu entscheiden, vor allem Nareva, die sich - trotz ihres Alters - noch für keine Seite entscheiden konnte.
Beruf:
Parvatis ganze Liebe und Aufopferung gehört ihrem kleinen Zauberladen 'Karma', in dem sie alles was man so braucht verkauft. Von Kräutern, Mixturen und Tränken über kleine nützliche Pflanzen, die nur lebend einen Sinn haben, bis zu den Künsten ihrer Schwester Nareva, die sich in Parvatis Laden durch ihre Gabe auch ein wenig dazu verdient. Anfangs war Paro nicht sonderlich begeistert davon, da eigentlich nicht erlaubt war, was Nareva macht, aber sie liebt ihre Schwester, die sie durch ihre überzeugungskraft und vor allem ihre Sturheit überredet hatte.
Nicht nur Nareva ist oft in ihrem Laden zu sehen. Auch ihre anderen Schwestern Anila und Maya halten sich hier des öfteren auf und helfen ab und zu ein wenig mit. Man könnte schon fast meinen, dass dies ein Familienbetrieb sei.
Aussehen:
Die Haare der Inderin sind sicher ein Blickfang. Dunkelbraune, fast schwarze, seidig samtene Wellen umschmeicheln ihr Gesicht. Die Haarpracht ist nicht ganz glatt, sondern leicht gelockt. Dadurch, dass Parvati ihre Haare recht lang trägt und diese durch ihre Dicke und Gesundheit schwer sind, fallen sie schön über ihren Rücken bis zum Becken. Nur die Fransen, die ihr ins Gesicht fallen, sowie die Spitzen haben ihren eigenen Willen. Vor einiger Zeit hat sich die junge Frau einen Stufenschnitt zugelegt und, da er ihr recht gut zu Gesicht steht, diesen auch behalten. Die vorderen Strähnen reichen knapp bis zur Schulter und werden manchmal von schwarzen, matt glänzenden Spangen zurückgehalten. In ihrer Freizeit trägt sie das Haar offen, was sich allerdings wieder ändert, wenn sie ihren Laden betritt. Schnell wird die Pracht zu einem lockeren Zopf geflochten und die Haare, die nicht lang genug sind, hinters Ohr geklemmt. Wenn sie allerdings in den Regen kommt, kringeln sich die Haare, die nicht geflochten sind, zu kleinen Löckchen, die das Gesicht umrahmen.
Die Augen Parvatis sind von einem schönen Braun, das der Farbe eines Rehs gleicht und man hat auch sofort das Gefühl, einem sanften, liebevollen Wesen gegenüberzustehen, wenn sie einen anblickt. Weder der Schalk, der in den Augen von Maya zu sehen ist, noch die Wildheit ihrer Schwester Anila ist hier zu finden. Eher als weise und alt könnte man das beschreiben, was man hier findet. Dennoch hat man das Gefühl, als blicke sie einem direkt ins Herz, wenn Parvati sich jemandem direkt zuwendet. Sie ist wie ein offenes Buch und in ihrem Gesicht findet man meist die Wahrheit, wenn man sie sucht. Dunkle markante Augenbrauen rahmen die Augen ein, die nicht lügen können und verleihen ihnen eine gewisse Ausdrucksstärke.
Geschminkt sind die Augenlider meist recht dunkel, entweder blau oder violett und manchmal ist auch ein dunkles braun zu sehen. Ebenso verwendet Parvati recht viel Wimperntusche und macht damit die Augen zum interessantesten Punkt ihres Gesichtes.
Eine recht schmale, elegante Nase ziert das Gesicht der Inderin und endet über einem fein geschwungenem Mund, dessen Lippen voll sind und ebenso wie bei ihren Schwestern recht verführerisch wirken können - was wohl an der Familie liegt. Mit dunkelrosanem Lippenstift werden sie meist bedacht und verleihen ihr, genauso wie den Augen, einen sanften Touch. Das Gesicht ist leicht rundlich aber dennoch fein gezeichnet. Die Haut ist heller als bei ihren Schwestern aber genauso makellos. Sie wirkt wie eine Mischung aus Ocker und Sahne. Im ersten Moment würde man ihr vom Teint die Inderin nicht ansehen.
Auf ihre Figur ist sie recht stolz. Schlanke Arme und Beine und schön proportionierte Kurven sind ihr Eigen. Wenn man den Blick über ihren Körper gleiten lässt, bemerkt man einen schön geschwungenen Hals, der in zierlich schmale Schultern übergeht. Ihre Hände sind schlank und schmal, wirken fast zerbrechlich, so filigran sehen sie aus. Wenn ihre Haut heller wäre, könnte man die äderchen darunter sehen. Feste, schön geformte Brüste und einen flachen Bauch, der recht durchtrainiert wirkt, fallen weiters auf, wenn man den Körper entlang gleitet. Das Becken ist nicht zu schmal und der Po hat eine Apfelform, die durch das Gewand auch manchmal betont wird. Lange Beine vervollständigen das Bild. Die ganze Gestalt ist muskulös, was man aber nicht wirklich sieht.
Gekleidet ist Parvati recht unterschiedlich. Meist liebt sie es, sich, genauso wie ihre Geschwister, in engen, recht vorteilhaften Kleidungsstücken, die aber dennoch bequem sind, zu präsentieren. Dunkle Rot-, Blau- und Brauntöne werden von ihr am liebsten getragen, genauso wie schwarze und weiße Kleidung. Weite Hosen, die ihre Beine umschmeicheln und Blusen in allen möglichen Ausführungen sind ihr das Liebste. Im Sommer finden auch Trägerleibchen Verwendung, die ihren festen Bauch freigeben und um sich vor Kälte zu schützen, zieht sie enge Pullover allem anderen vor.
In ihrem Geschäft allerdings, und auch wenn sie zu Hause ist, bevorzugt sie Saris. Nichts ist bequemer als die leichten Stoffe, die zusätzlich ihre Herkunft und ihre Kultur darstellen. Sie ist stolz darauf, Inderin zu sein und versteckt sich nicht hinter fadenscheinigen Ausreden, wenn es um ihre Herkunft geht.
Auch mancher Schmuck ziert den Körper der jungen Frau. Sie trägt gerne Ketten aus allerlei Materialien. Meist ziert allerdings eine matt schimmernde, Perlmutt-farbene Perlenkette ihren Hals, die sie von ihrer Großmutter geschenkt bekommen hatte. Ebenso trägt sie oft Ohrreifen, die aus filigranem Silber sind. Ihre Hände werden durch schmale Ringe geschmückt. An der rechten Hand ist ein einfacher silberner Ring zu finden, ohne irgendeine Verzierung. Links trägt sie ebenso einen Ring aus Silber, allerdings mit einem kleinen Amethyst in der Mitte. Vor zwei Jahren hat sie sich auch ein Bauchnabelpiercing stechen lassen. Am liebsten trägt sie ein Piercing, das mit einem grünen Stein besetzt ist, was allerdings nur im Sommer manchmal zu sehen ist.
Charaktereigenschaften:
Die Ruhigste und Vernünftigste der Sharma-Geschwister ist Parvati. Sie ist diejenige, an die sich all ihre Schwestern wenden, wenn sie einen ruhigen Pol benötigen um einfach einmal auszuruhen, wieder zur Kraft zu kommen und jemanden zum Zuhören brauchen. Sie strahlt diese Ruhe regelrecht aus, bringt nur mit ihrer Anwesenheit die Leute dazu, nachzudenken, ob der Streit oder die Auseinandersetzung, die sie gerade geführt hatten, wirklich nötig war. Oft reichen nur ein wissender Blick und ein sanftes Lächeln und man fühlt sich besänftigt.
Parvati ist kein lauter Mensch, aber dennoch weiß sie sich sehr gut durchzusetzen. Man übersieht sie nicht und man hört ihr zu, wenn sie was zu sagen hat, auch wenn sie oft recht unscheinbar erscheint. Sie überlegt erst, bevor sie etwas sagt oder handelt und ist selten wirklich spontan. In der Hinsicht ist sie wohl das absolute Gegenteil von Nareva und Anila, die mit ihrer Wildheit oft plötzliche Entscheidungen treffen. Für Parvati muss alles erst gut durchdacht sein, um auch das Gefühl zu haben, dass sie Erfolg haben wird mit dem was sie vorhat.
Wenn man ihr Vertrauen gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben gefunden, der einen niemals enttäuscht. Allerdings verlangt sie genauso Ehrlichkeit, Verschwiegenheit und Vertrauen, wie sie selbst es gibt. Hat man sie einmal enttäuscht und ihr Vertrauen gebrochen ist es sehr schwer bis fast nicht möglich, es jemals wieder zurück zu gewinnen. Zu groß ist die Enttäuschung, zu sehr wurde sie verletzt, dass sie so etwas einfach vergessen könnte. Vergeben kann sie vielleicht nach einiger Zeit, vergessen jedoch nie. Immer wird das in ihrem Hinterkopf bestehen bleiben und sie vor neuerlichem Vertrauen warnen.
Selten sieht man Parvati schlecht gelaunt oder traurig. Sie ist ein Sonnenkind, wenn auch sie nicht so verrückt und lebhaft ist wie ihre Schwestern, so ist sie dennoch für vieles zu haben und kann genauso laut lachen und sich verspielt geben. Aber immer ist sie die Vernünftigste von den Vieren und dieses Verhalten wird sie wohl nie richtig los.
Ein Lächeln sieht man immer auf ihren Lippen und ihre Freundlichkeit ist überall gern gesehen, wodurch sie auch recht viel an Stammkundschaft hat, die ihren Laden regelmäßig besucht, und wenn es nur für ein kleines Plauderstündchen ist.
Wenn man sie provoziert und sich ihr gegenüber unfreundlich verhält, kann Parvati auch ganz anders. Kalt wird ihr Blick und aus ihren Zügen spricht Arroganz und ihr ganzes Verhalten wird absolut abweisend. Sie lässt sich nicht gerne minderwertig behandeln und hat einen ziemlichen Stolz, wenn es um ihre Herkunft, ihre Familie oder ihre Arbeit geht. Wer auch immer das an ihr kritisiert, bekommt von ihr die kalte Schulter gezeigt. Selten spricht sie mit solchen Menschen, lieber hält sie sich von ihnen fern und wenn so jemand in ihren Laden findet, weiß sie schnell eine Ersatzadresse, zu der sie ihn schickt. Sie selbst weiß, dass dies nicht gerade das feinste Verhalten ist, aber lieber verliert sie einen Kunden, als dass sie jemanden bedient und ihm etwas verkauft, für den sie Verachtung empfindet.
Vorlieben und Abneigungen:
Parvatis absolute Leidenschaft gilt den Pflanzen. Jede einzelne, sei sie für andere noch so hässlich und nutzlos, ist für sie ein Geschenk der Natur. Sie kann auch den Dornenranken und Fliegenpilzen etwas abgewinnen und sei es nur ihre Nützlichkeit. In allen Gewächsen findet sie etwas, das ihr etwas bedeutet. Ihre absoluten Lieblinge unter den Blumen sind Gänseblümchen und deren große Verwandte, die Margeriten. Wenn ihr ein Mann eine Freude machen will, schenkt er ihr keine Rosen, die sie zwar mag, für sie aber nichts Besonderes sind, da sie immer von jedem als Geschenk auserkoren werden. Die kleinen unscheinbaren Pflanzen haben es ihr wesentlich mehr angetan.
Auch Tiere mag sie recht gerne und hat auch hier ihre Favoriten. Katzenartige Wesen und Hunde sind bei ihr immer gerne gesehen und sie scheint für diese auch diese Ruhe auszustrahlen, denn es hat sie noch nie ein Hund gebissen oder eine Katze gekratzt - ihre Schwester Anila mal nicht mit einbezogen. Allerdings hat sie gehörigen Respekt vor Schlangen und Insekten wie Bienen, Hornissen oder Wespen, genauso wie Spinnentiere lösen diese bei ihr eine Panik aus. Auch Ratten und Mäuse sind ihr zutiefst zuwider und es kann schon mal vorkommen, dass sie bei deren Anwesenheit auf einen Stuhl springt.
Wie Nareva liebt sie Filme und Bücher. Diese Leidenschaft teilen die zwei Geschwister und oft schauen sie sich einen Film zum dritten Mal gemeinsam an um an genau den gleichen Stellen wie immer eine Schachtel Tempos zu verbrauchen. Die ganzen Klassiker wie "Casablanca", "Vom Winde verweht" und "Spartacus" sowie viele andere kennt sie inzwischen recht gut und hat die dazugehörigen Bücher, falls vorhanden, ebenfalls verschlungen. Umso dicker ein Buch, umso lieber liest sie es. Ganze Buchreihen findet man, wenn man in ihren Schrank schaut.
Parvati ist ein sehr ordentlicher Mensch und auch äußerst zuverlässig. Unpünktlichkeit, Unordnung und mangelnde Hygiene sind ihr ein Graus und sie kann schon ziemlich schnippig werden, wenn man ihr mit einem dieser übel begegnet. Man könnte schon fast sagen, sie ist ein Ordnungsfanat. Alles hat seinen Platz und bei jedem Ding weiß sie genau, wo es ist. Wenn irgendwer ihre Ordnung durcheinander bringt, was ihre Schwestern ab und zu auch versehentlich schaffen, rastet sie mal kurz aus und versucht ihre geliebte Ordnung wieder herzustellen. In solchen Momenten sollte sich jeder außerhalb ihrer Reichweite befinden, da sie schon einmal um sich schlagen kann, wenn sie wirklich wütend wird.
Stärken und Schwächen:
Eine ihrer Stärken ist mit Sicherheit ihr Talent. Unter ihrer Hand blüht jede Pflanze auf und wenn sie noch so verdurstet ist und welk. Es scheint fast so, als gäbe sie ihnen Hoffnung und einen Grund, neu zu erblühen. überall hat sie ihre schönen Begleiter aufgestellt, die sie auch in ihrem Leben bestärken und ihr immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Gegenüber Zerstörung von pflanzlichem Leben ist sie schockiert, wütend und verletzt. Sie könnte zwar etwas dagegen tun, da sie durch ihr Talent einiges an Macht besitzt, aber man kann ihre Unfähigkeit, diese Macht zum Bösen einzusetzen, wohl auch als Schwäche nennen. Menschen, die Pflanzen töten, versucht sie anders zu Vernunft zu bringen oder irgendwie die Pflanzen zu retten, aber gewaltsam und sich mit ihrer Macht wehren könnte sie nicht.
Tanzen zählt zu einer ihrer Leidenschaften, was sie auch recht gut beherrscht. Das sind wohl die Augenblicke, wo sie richtig gelöst und frei ist, sich so gibt, wie sie ist, ohne sich hinter irgendetwas zu verstecken oder zu versuchen nett zu sein. Hier lebt sie einfach, drückt ihre Gefühle, ihre Emotionen durch den Tanz aus. Sie kann sich eigentlich zu so gut wie jeder Musik bewegen, wenn sie auch nicht alle Musik schätzt oder mag. Mit geschlossenen Augen einfach der Melodie entlang treiben ist etwas, was sie mag und immer wieder im Club von Reva genießt.
Parvati hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, wenn es um Namen, Gesichter und Geschichten geht. Sie merkt sich eine Person sofort und weiß auch, wann und wo sie sie schon einmal gesehen hat. Ebenso kann sie in Filmen jeden Schauspieler anderen Filmen zuordnen, erkennt auch die Stimmen immer wieder und weiß alleine dadurch wer es ist oder wessen Synchronstimme es ist. Allerdings hapert es bei ihr ziemlich mit Zahlen. Ein mathematisches Genie wäre sie nie geworden und Telefonnummern sind ihr ein Graus. Es war ihr verhasst, in der Schule Mathematik zu lernen und auch das Verständnis für Physik, was auch auf Mathematik aufbaut, fehlt ihr vollkommen.
Besondere Begabung:
Eines ihrer Talente ist die Telekinese. Sie kann eigentlich jeden Gegenstand beliebig bewegen. Ihre Macht ist recht groß, so dass die Größe und das Gewicht des Dings, das sie versetzt, ihr keine Probleme bereiten. Auch mit geschlossenen Augen könnte sie alles dort absetzen, wo sie es haben will. Irgendwie scheint sie es im Gefühl zu haben, wo sie ist und alles andere. Allerdings nur, wenn sie dieses Talent einsetzt. Ansonsten ist sie nicht so mit guter Orientierung gesegnet.
Weiters beherrscht sie das Element der Erde, wodurch sie Pflanzen zum sprießen bringt, ebenso wie sie sie verdorren lassen kann. Sie beherrscht die Pflanzen so stark, dass sie sie jederzeit als Waffe einsetzen könnte. Das Wachstum der Pflanzen kann sie beschleunigen, ebenso verhindern. Also ist es kein Wunder, wenn sich Dornenranken neben ihr bilden und zu einer Mauer heranwachsen würden.
Auch die unbelebten Gesteine kann sie beherrschen. Eine Steinlawine wäre eine Leichtigkeit für sie ebenso wie sie Gebäude einstürzen lassen könnte. Berge versetzen allerdings wäre auch für sie ein zu großes Vorhaben. So groß ist ihre Macht auch wieder nicht. Allerdings gebraucht sie ihre Macht nie für negative Ziele. Zu gut ist sie in ihrem Wesen, als dass sie ihre Macht als Waffe einsetzen würde, außer sie schwebt selbst in Gefahr oder jemand, der ihr lieb und teuer ist.
Da sie eine Hexe ist, hat sie eine recht hohe Lebenserwartung und altert äußerst langsam. Sie könnte schon an die tausend Jahre werden, wenn sie das wollte. Allerdings ist die Nutzug von wirklich starker Magie hier ein ziemlicher Nachteil. Durch diese wird der Körper wesentlich schneller altern als normal. Somit wendet sie wirklich große Karft nur in Notsituationen an, um sich selbst damit zu schonen. Wenn es allerdings nötig wäre, würde sie nicht davor zurückscheuen.
Vorgeschichte:
Mit schnellen kleinen Schritten lief das Kind auf die ältere Frau zu. Diese saß vor dem Haus in einem bequemen Stuhl und genoss die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Auf ihren Armen schlief ein knapp ein Jahr altes Baby, das das Gesicht zu einer Schnute verzogen hatte, als würde es von Spinat und anderen Grausigkeiten träumen. Nun zügelte das kleine Kind seine Schritte, stolperte fast über den pinken Sari, den es anhatte und setzte die kleinen Zehen so behutsam auf, dass es für einen Beobachter schon fast komisch wirkte.
Endlich war es dann angelangt an seinem Ziel. “Omi, Omi?“, flüsterte es ein wenig zu laut. “Schläft Reva?“ Ungeduldig zupfte es am ärmel der Frau und hopste ein wenig, um das Gesicht des Babys, das ihre jüngere Schwester war, zu sehen. Rea Sharma lächelte ihre ältere Enkelin mit strahlenden Augen an. “Ja, mein Herzchen, sie schläft... Magst du sie sehen?“, schon wissend, wie die Antwort ausfallen würde, senkte sie ihre Arme leicht, so dass Parvati ihren Kopf drüber strecken und in das Gesicht ihrer Schwester blicken konnte.
Mit großen Augen, in denen ein faszinierter und staunender Blick lag, schaute sie auf das Kleiderbündel im Arm ihrer Großmutter. “Wird sie noch größer? Kann ich mit ihr spielen?“ Wieder glitt ein wissendes Lächeln über die Lippen der alten Frau. “Ja, sie wird genauso größer, wie du größer wirst, mein Schatz. Irgendwann werdet ihr beide große hübsche Frauen sein. Und ihr werdet immer miteinander spielen können und zusammen sein.“ antwortete sie und es schaute für einen kurzen Moment so aus, als schweife ihr Blick in andere Zeiten, nur was sie sah, konnte man an ihrem Blick nicht erkennen.
Wieder hüpfte das kleine Kind herum und hielt sich gleichzeitig am Arm der Oma fest, so dass auch das Baby durchgerüttelt wurde. “Und wann ist sie endlich so groß, dass sie mit mir spielen kann? Weil sie schreit nur und stinkt manchmal sogar.“ Angewidert verzog sie ihre kleine Nase, als würde sie riechen, von was sie sprach. “Ui, du darfst dich nicht festhalten, wenn du hüpfst! Sonst...“ Doch hier wurde Rea von den Schreien des Babys unterbrochen, das die Schaukelei und die lauter werdenden Stimmen anscheinend nicht sonderlich schätzte. Das ganze Gesicht lief rötlich an und es schien fast so, als holte das Kleine noch einmal Luft, um nur noch lauter zu schreien.
Seufzend wiegte Rea das Bündel hin und her und schaute mit einem leicht strafenden, aber nicht bösen Blick zu ihrer Enkelin, deren Schuld das Ganze war. “So Paro, husch husch, geh hinein und hilf deiner Mama beim Essen machen.“ Die Kleine nickte ernsthaft und trottete hinein, wobei sie den Blick zum Boden senkte. Sie sprach leise, aber dennoch hörte ihre Großmutter sie. “Das Baby wird nie groß und spielt mit mir. Es schreit ja schon wieder. Und nachher stinkt es bestimmt auch wieder. Und sabbern tuts auch...“ Rea musste sich zurückhalten, dass sie nicht anfing zu lachen, als sie ihrer Enkelin nachschaute. “Reva wird schneller groß als du denkst, mein Herz und ab und zu wirst du sie sicher wieder in dieses Alter zurückwünschen.“, sagte sie leise mehr zu sich als zu Parvati, wissend lächelnd...
Endlich war der Unterricht zu Ende und während Parvati langsam und traurig ihre Sachen zusammen packte, scharten sich ihre kleinen Freundinnen um sie. “Warum gehst du? Wann kommst du wieder? Ist es wahr, was die Lehrerin gesagt hat? Kommst du wieder zurück? Wie lang bist du weg? Schreibst du mir? Ich glaub nicht, dass das stimmt, oder? Das war doch nur ein Scherz, oder Paro? Wohin gehst du überhaupt?“, fragten alle gleichzeitig und durcheinander, so dass das Mädchen eigentlich nicht viel verstand. Sie war recht beliebt und die Mädchen vor ihr waren ständig mit ihr zusammen in der Schule. Sie waren eine richtige kleine Clique und hatten oft nur Blödsinn im Kopf, auch wenn Parvati eine der Ruhigeren der Gruppe war.
Langsam hob sie ihren Kopf wieder, nachdem sie sorgfältig das letzte Heft in der Tasche verstaut hatte. Dann blickte sie traurig von einer zur anderen und die Mädchen verstummten langsam. Sie mochte sie alle und sie wollte nicht weg, aber gestern hatten ihre Eltern verkündet, dass sie fort gingen, nach England zogen und dort auch bleiben würden. Natürlich könne sie in den Ferien ihre Oma und die Freundinnen besuchen, wurde ihr versichert, aber das war nicht genug! Sie wollte nicht einfach so weg hier, alles zurücklassen und wo hin ziehen, wo sie niemanden kannte und ganz alleine war. Dort sprachen sie nicht einmal indisch und schauten auch ganz anders aus. Sie verzog kurz ihr Gesicht im Gedanken an die bleichen Leute dort in London und seufzte leise.
Nacheinander hatte sie die Freundinnen angeschaut. Am meisten würde sie wohl Kumari, Rhada und Nilam vermissen... Jelin und Kumkum auch, aber Kumari würde ihr am meisten fehlen, ebenso Nilam – Nilu, wie sie von allen genannt wurde. Mit den Zweien war sie am häufigsten zu sehen. “Doch, es ist wahr... ich werde wegziehen... Mama und Papa wollen nach London und Reva, Nila und ich müssen mit... Oma bleibt da, aber wir gehen... Und ich darf nicht bei Oma bleiben...“, wieder verstummte sie. Sie würde nirgends wieder so gute Freundinnen finden, davon war sie fest überzeugt. “Ich darf in den Ferien her kommen... Da werd ich euch besuchen... Und schreiben werd ich euch auch... Ganz oft... Ich will doch wissen, was ihr anstellt ohne mich...“
Dann erhob sie sich langsam und die fünf Mädchen vor ihr gingen ein wenig zurück, um ihr Platz zu machen. Kumkum, ein wenig dickeres Mädchen stolperte über den Fuß von Jelin, als diese nicht schnell genug zurück ging und schnell hielt Parvati sie fest. Sie waren so unterschiedlich und doch so ähnlich. Alle waren sie aus Familien von Anderen, manche hatten ihre kleine Fähigkeit schon entdeckt und dadurch hatten sie auch zueinander gefunden. Von den anderen Kindern wurden sie eher gemieden - auch wenn diese sich nicht erklären konnten, warum sie diese sechs Mädchen als anders empfanden - und Burschen gab’s hier keine. Sie waren in einer reinen Mädchenschule und langsam gingen die sechs Freundinnen aus dem Schulgebäude und Richtung nach Hause.
Eine nach der anderen verließ die Gruppe, um in eine andere Richtung zu gehen, aber nicht ohne vorher Parvati zu umarmen und tränenreich zu verabschieden und sich von ihr noch einmal das Versprechen zu sichern, dass sie auch wirklich schreiben würde. Bis schlussendlich nur noch Kumari übrig war. Sie war aus einer Familie von Hexen und würde selbst wohl auch eine Hexe werden. Sicher war sie sich noch nicht, da sich noch nichts gezeigt hatte. Ein recht hübsches und sehr schlankes Mädchen, das Parvati fest an sich drückte und nicht mehr los lassen wollte. Zwischen ihnen brauchte es keine Worte, sie verstanden sich auch ohne. “Vergiss mich nicht Paro, ja? Und schreib oft. Ich werd immer an dich denken...“, flüsterte ihr Kumari zu, bevor sie sich plötzlich löste und in Richtung ihres Hauses davon rannte. Mit Tränen in den Augen blieb Parvati stehen. Sie würde ihren Eltern nie verzeihen, dass sie sie hier von ihren Freundinnen wegrissen, dass sie ihr Leben in Indien aufgeben musste.
Drei Jahre waren sie nun schon in London und immer noch hatte Parvati manchmal Sehnsucht nach Indien. Natürlich hatte sie auch hier Freunde gefunden und ging normal weiter zur Schule. Auch wenn sich hier ein großer Unterschied ergab. Es waren auch Burschen in ihrer Klasse und das erste Mal wünschte sie sich wirklich wieder in ihre geliebte Mädchenschule zurück. Die Jungs waren ab und zu ziemlich lästig und machten sich einen Spaß daraus, die Mädchen festzuhalten, um unter die Röcke zu schauen oder an ihren Haaren zu ziehen und Haargummis zu verstecken. Beim ersten Mal, als ihr so was passiert war, war sie heulend nach Hause gekommen. Sie hatte einfach nicht gewusst, wie sie damit umgehen sollte. Ganz alleine, niemanden zu kennen und dann auch noch so was!
Aber mit der Zeit wusste sie sich zu wehren und fand auch ihre Freundinnen, mit denen sie gemeinsam über den Schulhof schlenderte und aufs Klo ging, so wie es bei allen Mädchen üblich war, auch wenn sie das Zweitere ab und zu als seltsam empfand. Aber sie wollte nicht ausgeschlossen werden und mit der Zeit wurde selbst das für sie normal.
Fast jeden Abend schrieb sie fleißig ins Tagebuch und auch Briefe wurden mit schöner Regelmäßigkeit verfasst und an ihre fünf Freundinnen geschickt. Was sie von dort allerdings zurück bekam, war nicht immer erfreulich. Die Mädchen hatten sich kurz nach ihrer Abfahrt zerstritten und nun gab es zwei Gruppen. Kumari und Nilu waren immer noch zusammen und auf der anderen Seite Kumkum, Rhada und Jelin. Die Drei schrieben auch immer unregelmäßiger, bis sie ganz aufhörten. Traurig beklagte Parvati den Verlust ihrer Freundinnen und in solchen Momenten wurde sie wieder böse auf ihre Eltern. Wäre sie noch in Indien, wäre das bestimmt nicht passiert...
Kumari erzählte ihr in fein säuberlich geschriebenen Briefen, dass sich die drei Mädchen Kumkum, Jelin und Rhada richtig aufspielten und sich als was Besseres sahen, nur weil sie alle drei ihre Gabe schon gefunden hatten. Kumkum war eine Hexe, Jelin war eine Seherin und fing an, jedem seine Zukunft und seine Vergangenheit auszuposaunen und Rhada war eine Vampirin. Auch Nilam und Kumari hatten ihre Kräfte inzwischen schon entdeckt und ein wenig niederschlagen dachte Parvati daran, dass sie selbst noch keine Anzeichen gefunden hatte. Nilam war eine Gestaltwandlerin und konnte sich in einen Adler verwandeln, während ihre liebste Freundin Kumari wirklich die Gene der Hexe zeigte. Während sie den Brief niederlegte, hoffte Parvati, dass sie wie Kumari auch eine Hexe werden würde. Sie mochte sie so gern und so hätten sie etwas gemeinsam, auch wenn sie so weit voneinander getrennt waren.
Nachdem sie den neuesten Brief gelesen hatte, legte Paro ihn auf die Seite und ließ sich rücklings ins Bett fallen. Wie es wohl wäre, auch schon ein Talent zu haben? Und wie wäre es jetzt in Indien? Würden ihre Freundinnen sie überhaupt noch wollen, wo sie nun als Einzige noch „normal“ war? So in Gedanken versunken hörte sie nicht, wie leise ihre Türe aufgemacht wurde. Auch die tapsigen kleinen Schritte am Boden hörte sie nicht. Erst als Maya auf ihr Bett krabbelte und das Gewicht sich verlagerte, schaute sie auf. “Paro! Geschichte vorlesen...“, meinte die Kleine und blickte ihre große Schwester treuherzig an. Lachend stand Parvati auf. Dem Blick konnte sie einfach nicht widerstehen.
Spontan knuddelte sie ihre Schwester, die in ihrem Arm gleich zu zappeln und zu quietschen anfing. “Was möchtest du denn hören, Maya? Was soll ich erzählen? Und wo sind Reva und Nila?“ So viele Fragen auf einmal! Maya blieb ruhig auf dem Schoß ihrer Schwester sitzen und zog die Nase kraus, während sie nachdenklich die Finger der einen Hand in den Mund nahm und daran saugte. “Nila, Reva...“, nuschelte sie und zeigte zur Türe, wohl um anzudeuten, dass sie davor standen oder unten waren. Leise lächelte Paro und knuddelte Maya noch mal kurz, bevor sie sie neben sich ins Bett setzte, um aufzustehen. Dann hob sie die Kleine hoch, die für sie eigentlich recht schwer war und ging mit ihr zur Tür, um diese aufzumachen. Davor war niemand... Also mussten Reva und Nila wohl unten sein, im Wohnzimmer...
Vorsichtig stieg Parvati mit Maya auf dem Arm die Stufen hinab. Diese hatte sich an ihrem Hals festgeklammert und schnürte ihr beinahe schon die Luft ab. Unten setzte sie erleichtert die kleine Schwester ab und griff nach der etwas klebrigen kleinen Hand, um so mit ihr ins Wohnzimmer zu gehen, wo sie ihre zwei Schwestern mit Popcorn und Chips vorm Fernseher sah. Sie schauten sich irgendeinen Kinderfilm an und hatten Maya wohl zu Paro geschickt, weil diese, dadurch dass sie nichts verstand, zu quengeln angefangen hatte. “Ach so ist das also. Ihr macht es euch hier gemütlich und Maya schiebt ihr zu mir, damit ich ihr ne Geschichte vorlese?“, fragte sie dann ein wenig säuerlich und blickte mit finsterem Blick auf die zwei, die sich vor Schreck umgedreht hatten und sie mit großen Augen anstarrten. “Na ja, du liest doch eh grad den Brief von Kumari und bist ganz deprimiert, da dachte ich, könntest du vielleicht Ablenkung gebrauchen.“, versuchte sich Reva mit einem schelmischen und gewinnenden Lächeln rauszureden. “Ach... Dachtest du? Ich bin da anderer Meinung.“
Dann kniete sie sich vor Maya hin. “Was willst du anschauen, Herzchen?“ Diese hüpfte freudig auf und ab und quietschte. “Aladin, Aladin, Aladin“, rief sie und mit grinsendem Gesicht stand Parvati wieder auf. “Habt ihr gehört? Wir schauen Aladin an.“, zufrieden, es den Zweien heimgezahlt zu haben, setzte sie Maya neben Reva und sich selbst neben Anila, nachdem sie die Kassette eingeschoben hatte. Revas und Nilas Gesicht drückte Unwillen aus, als sie mit Maya dann zum hundertsten Male Aladin anschauten, während Parvati in sich hinein lachte und zufrieden Popcorn mampfte. Ab und zu war es ganz brauchbar, die älteste zu sein.
Es war mucksmäuschenstill im Klassenraum. Ab und zu hörte man ein Fliegensummen oder einen Füller übers Papier kratzen. Die Sonne schickte ihre wärmsten Strahlen durch das Fenster und die Schüler, die nicht im Schatten saßen, schwitzten noch mehr als die anderen. Mit langsamen Schritten ging Professor Engler den Gang entlang, blickte immer wieder auf eines der Blätter, die vor den Schülern lagen und achtete mit wachsamen Augen, dass niemand auch nur daran dachte zu schummeln. Es war die letzte Mathematikklausur in diesem Jahr und es schien fast so, als hätte Mr. Engler sich die gemeinsten und fiesesten Aufgaben ausgedacht um die Schüler bis ans äußerste ihrer Leistung zu treiben.
Verzweifelt blickte Parvati auf das Blatt, das vor ihr lag. Sie hatte gerade einmal zwei Drittel der Aufgaben gelöst und die vermutlich nicht richtig. Und der Minutenzeiger wanderte ihrer Meinung nach immer schneller zum Sechser, bei dem dann die Glocke losschrillen würde. Sie hasste Mathematik, konnte dieses Fach einfach nicht leiden und den Vorgängen nichts abgewinnen. Was interessierte sie schon, wie viel was ergab, wenn man es durch was anderes dividierte? Oder was für eine Zahl der Platzhalter X war. Das war doch vollkommen unwichtig! Was hatte das mit dem Leben zu tun? Seufzend kaute sie an ihrem Bleistift, der eindeutig schon öfters in diesem Fach benutzt wurde. Alte Knabberspuren zierten das Ende des Stiftes und ließen ihn recht hässlich aussehen.
Resigniert schmiss sie ihn hin und lehnte sich zurück. Sie würde das nie schaffen! Sie würde sicher durchfallen und alle würden sie auslachen! Warum konnte sie nicht so gut in Mathe sein wie Richard Diaz, einer, der mit ihr in Mathe zusammen war, genauso wie in Chemie und noch zwei anderen Fächern. Leicht verzweifelt blickte sie zu diesem, doch der war absolut in seine Aufgaben vertieft und kritzelte eifrig vor sich hin. “Miss Sharma? Wollen sie schon abgeben?“, war Mr. Engler sofort zur Stelle und fragte sie freundlich, ihr die Sicht zu Richard versperrend. “Nein, ich schau nur Löcher in die Luft, vielleicht find ich dort die Lösung.“, erwiderte sie bissig und verdeckte ihr Blatt mit der Handfläche, damit der Professor nicht schauen konnte, was sie geschrieben hatte und sich darüber lustig machen, was er recht gerne tat.
“Na dann schauen sie mal, dass sie kein Vakuum schaffen, das tut dem Denken nicht gut.“, antwortete dieser und stolzierte weiter den Gang entlang. Mit bösem Blick äffte sie ihn nach und ihr Banknachbar Brendon, der genauso schlecht in Mathe war wie sie, konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen. Mit schelmischem Blick schaute sie kurz in seine Richtung, bevor sie sich wieder ihrem Blatt widmete. Und anscheinend hatte das in die Luft starren genützt. Auf einmal kapierte sie, was da stand und eifrig begann sie, ihr Blatt Vollzukritzeln. Endlich klingelte es zur Pause und erleichtert ließ sie sich zurückfallen und strich sich eine Strähne aus ihrem heißen Gesicht, bevor sie mit einem Grinsen nach vorne ging, um die Arbeit abzugeben. Es würde zwar nicht die beste Note sein, aber durchfallen würde sie nicht und damit war sie vollkommen zufrieden.
Kaum war sie aus der Klasse draußen, als Brendon sie auch schon einholte und kurz an der Schulter festhielt. “Na, haben die Löcher in der Luft doch noch ein Geheimnis preisgegeben?“, fragte er sie mit schelmischen Grinsen und sie musste Lachen. “Jap, sie waren recht hilfreich, vor allem das Loch, das in der Nähe von Isabelles Tisch war... Der großen Schrift konnte ich einfach nicht widerstehen.“, meinte sie frech. “Also darauf würd ich mich beim nächsten Mal nicht verlassen, dass die Klassenstreberin direkt vor dir platziert wird. Wie lob ich mir doch meine kleinen Helferlein.“, konterte er grinsend und zog zwei klein beschriebene Zettel aus seinem ärmel. Brendon war schon immer ein Genie, wenn’s ums Schummeln ging. Danach ging Parvati grinsend davon, um sich was zum Essen zu kaufen. OK, die Note war nicht ganz ehrlich verdient, aber dafür würde sie Mr. Engler dieses Mal nicht wieder vor der ganzen Klasse blamieren.
Endlich wieder einmal in Indien! Schon vor neun Jahren hatte sie sich von ihren Freundinnen verabschiedet und war mit ihrer Familie nach London gezogen. In all den Jahren war sie in den Sommerferien nach Indien gefahren, um ihre Freundinnen zu besuchen. Im ersten Jahr hatten sich noch alle gefreut, sie zu sehen, aber ab dem zweiten Jahr traf sie eigentlich nur noch Nilu und Kumari. Die anderen drei interessierten sich nicht mehr für sie, was Parvati ziemlich deprimierte. Dieses Jahr würde sie nur Kumari treffen, da Nilu ihren Sommer am anderen Ende Indiens verbrachte, wohin ihre große Schwester gerade geheiratet hatte. Noch während des Fluges wurde Parvati ungeduldig und rutschte auf ihrem Sitz hin und her, und wartete sehnsüchtig darauf, dass sie endlich landeten.
Am Flughafen dann schaute sie nach ihrer Tasche und ging gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater durch das Gebäude, bis sie endlich in der Halle waren, wo auch schon Kumari auf sie zugerannt kam. “PARO!!!, rief sie und diese ließ ihre Tasche fallen, um Kumari in Empfang zu nehmen, die sich regelrecht in ihre Arme schmiss. “Ach es ist so schön, dass du wieder da bist“, überglücklich blickte das schlanke Mädchen auf ihre Freundin. Dann drehte sie sich um und grüßte höflich auch die anderen. “Guten Tag, Herr Sharma... Hey Reva, hübsche Ohrringe.“ Suchend sah sie sich um. "Wo sind denn Frau Sharma und Anila? Und die Kleine, Maya?", fragte sie verwundert, aber Parvati antwortete ihr gleich. "Die sind zu Hause geblieben, Mama ist krank und Papa wollte nicht mit vier Mädchen fahren.", "Ah... Achso..." Dann wandte sie sich wieder an Parvati und umarmte diese noch einmal kurz, bevor sie dann lachend und plaudernd hinausgingen, wo sie von Großmutter Rea abgeholt wurden. Kumari fuhr natürlich mit und verbrachte den Abend bei der Familie.
Ein paar Tage später schlenderten die zwei besten Freundinnen durch die Straßen. Beide hatten eine große Tüte Eis in der Hand und erzählten sich gegenseitig die letzten Neuigkeiten, immer wieder unterbrochen von Gekichere und Schleckerei am Eis. “Ich bin ja so froh, dass ich jetzt Ferien hab. Das kannst du dir echt nicht vorstellen. Ich hab seit vier Jahren diesen dämlichen Matheprofessor und er lässt keine Gelegenheit aus, um mich zu ärgern. Ich weiß auch nicht, was er gegen mich hat.“ erzählte Parvati gerade. “Du Arme... Naja, Ich hab da eher Glück mit den Lehrern. Und du weißt ja, ich bin wieder in einem Mädcheninternat, wir haben keine Jungs bei uns. Wie ist das so? Nerven sie viel im Unterricht? Und sag, hast du schon einen geküsst?“ Gespannt blickte Kumari ihre Freundin an, die anfing zu lachen.
Prustend hielt Parvati sich den Bauch und das Eis kippte verdächtig. Gerade noch rechtzeitig nahm sie es wieder hoch und schleckte noch einmal genüsslich davon ab. “Du hast Fragen“, kicherte sie los und setze sich mit ihrer Freundin auf eine abgelegene Bank, hinter der nur noch ein kleines Haus stand, das verlassen schien. “Also es kommt immer auf die Jungs an. Manche nerven ganz schön, aber die sind auch blöd... Andere sind wieder ganz OK. Ich kenn einen, der echt nett ist, auch wenn er ab und zu spinnt. Ist in meinem Jahr und heißt Brendon. Allerdings ist das jetzt nicht wie du meinst!“, setzte sie sofort hinzu, als ihre Freundin schon zu feixen und zu kichern anfing. Doch dadurch lachte Kumari nur noch mehr und Parvati schaute sie gespielt finster an. “Das ist NICHT lustig!“ meinte sie dann, schmollte und drehte sich weg. “Dann erfährst du auch nicht, wen ich geküsst hab.“, sagte sie dann und als Kumari anfing zu betteln, musste sie wieder lachen.
Langsam drehte sie sich wieder um, aß ihr Eis gemütlich fertig und schmollte noch ein wenig, während Kumari neben ihr rumzappelte und ungeduldig fragte, wer er denn war und wie es so sei. Dann lehnte sie sich langsam zurück. “Aaaaaalso...“, fing sie an. “Es war eigentlich nicht viel... Und ich hab ihn nicht mehr gesehen seitdem“, versuchte sie sich herauszureden, aber ihre Freundin knuffte sie in die Seite, so dass sie quietschte. “OK, OK, ist ja schon gut, ich erzähl ja!“, lachte sie dann. “Er heißt Luka und war ein Austauschschüler, ein Jahr über mir. Er war aus Deutschland und hat ein Jahr hier verbracht. Ich war bei der Abschiedsparty eingeladen. Ich weiß nicht mehr über wie viele Ecken die Einladung gegangen ist, aber ich bin auf jeden Fall mit Brendon und seiner Clique hin, die auch dort waren. Irgendwann hab ich eben Luka kennen gelernt... Nun ja...“, duckste sie dann herum und wurde leicht rot, aber Kumaris Blick brachte sie dazu weiter zu reden. “Auf jeden Fall haben wir geplaudert... Und zum Abschied hat er mich geküsst. Ich meine, richtig geküsst, du weißt schon... Mit Zunge und so...“, beendete Parvati ihre Story und ihr Gesicht konnte nun einer Tomate Konkurrenz machen.
Eine Weile saßen sie noch plaudernd auf der Bank und vergaßen ganz die Zeit. Eifrig redeten sie auch darüber, wie Kumari ihr Talent gefunden hatte und wie es war, das Feuer zu beherrschen und Gegenstände zu beleben. Fasziniert hörte Parvati zu und wünschte sich, sie könnte das alles auch. Ein wenig bedrückt schaute sie dann auf die Uhr und stellte fest, dass es schon recht spät war. Sie wollten gerade gehen, als sie aus dem Haus hinter sich Lärm hörten. Es schien da irgendwas vor sich zu gehen. Aber es wussten beide, dass das Haus unbewohnt war. Es stand schon seit Jahren leer. Unsicher blickten sich die Zwei an, aber die Neugier siegte und so gingen sie langsam auf das Haus zu. Die Türe war offen und sie schauten unsicher in die Dunkelheit, in der es jetzt verdächtig still war.
Langsam traten sie über die Schwelle, Kumari voran und Parvati gleich hinter ihr. Leicht knarzte der Boden unter ihren Schritten und unsicher blieben sie stehen. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Dunkle und sie sahen sich um. Ein wenig mutiger ging Kumari ein paar Schritte vorwärts, als es plötzlich rumpelte und die Decke über Kumari einbrach. Die morschen Balken hielten nicht mehr stand und wie in Zeitlupe sah Parvati mit Entsetzen, dass der gesamte obere Stock Kumari unter sich begraben würde. “Neeeein!“, schrie sie und es schien, als wolle sie mit ihren Blicken und ihren Händen das Haus am Einsturz hindern. Und plötzlich... War es still. Die Balken und das Gerümpel von oben schienen regelrecht in der Luft zu stehen und als Parvati die Hände nach Links wieder herunter nahm, folgten die Trümmer ihrer Bewegung und fielen neben Kumari zu Boden, die mit vor Schreck geweiteten Augen auf Parvati zu rannte und an ihr vorbei ins Freie.
Draußen blieb das Mädchen zitternd stehen und schlug die Hände vors Gesicht, in die sie hinein weinte. Auch Parvati war inzwischen aus dem Haus gerannt und umarmte ihre Freundin, die sich dann schluchzend an ihr festklammerte. Eng umschlungen sanken sie auf den Boden, wo sie beide einfach da saßen und ihren Schock langsam überwanden. “Wie?...“, fragend blickte Kumari zu ihrer Freundin hoch. “Ich weiß es nicht...“, antwortete diese nur leise. “Aber ich glaub, ich kann das noch mal wenn ich will...“, flüsterte sie dann hoffnungsvoll und lächelte leicht, als sie in die Augen ihrer Freundin blickte. Sie hatten nun etwas gemeinsam, das sie stärker verband als alle anderen. Sie waren beide Hexen und sie hatten sich das Leben gerettet. Sie saßen noch lange da und hielten sich einfach nur fest.
“Reva! Mach endlich die Tür auf! Ich will auch noch duschen und mich anziehen!“ Wütend und ungeduldig hämmerte Parvati an die Badezimmertür, die von ihrer Schwester von innen abgesperrt wurde. Noch einmal klopfte sie dagegen, als die Türe auf einmal mit einem Schwung geöffnet wurde und Reva mit einem Grinsen vor ihr stand. “Waaah! Bist du verrückt, auf einmal so schnell aufzureißen? Ich wär fast geflogen!“, giftete Parvati sie an und Reva hob nur eine der perfekt geschminkten Augenbrauen. “So? Ich dachte, du wolltest rein? Das passt dir jetzt wohl auch wieder nicht…“ Einen Moment lang schauten die Zwei sich böse an, bevor sie beide anfingen zu lachen.
“Beeil dich aber!“, rief Reva ihrer Schwester hinterher, als sie dann in ihr Zimmer verschwand, um sich etwas zum anziehen zu suchen. “Haha, wenn du nicht so lang gebraucht hättest, müsst ich jetzt nicht hetzen…“, murmelte Parvati und stieg schnell unter die Dusche, um ihren schönen Körper einzuseifen und abzuwaschen. Nachdem sie das heiße Wasser genossen hatte und sich wieder sauber fühlte, stieg sie heraus und wickelte schnell ein Handtuch um sich, bevor sie zum Spiegel ging, wo sie dann anfing, ihre Haare zu trocknen und in eine hübsche Steckfrisur zu verwandeln. Danach schminkte sie ihre Augen und betrachtete am Schluss prüfend das Ergebnis. Sie schnitt sich selbst eine Grimasse und ging aus dem Bad und eiligst in ihr Zimmer, weil es auf dem Flur recht kalt war. Dort angekommen schlüpfte sie in die Kleider, die sie sich schon zu Recht gelegt hatte. Da Nareva so ewig gebraucht hatte, hatte sie ja schon genug Zeit gehabt, sich ihre Sachen herauszusuchen.
Endlich fertig eilte sie hinunter und zog sich schnell ihre Schuhe an. “Reva?! Wo bist du denn? Wir sind schon spät dran!“, rief sie hinauf und blickte ungeduldig auf die Uhr. Sascha würde nicht ewig warten. Es war Jahresende und die oberen vier Jahre veranstalteten eine Party, zu der dieses Jahr auch Nareva mit durfte. Und Sascha war ein Jahr älter als Parvati und hatte versprochen, die zwei Schwestern mitzunehmen. Schon beim Gedanken an den attraktiven Jungen wurde ihr warm. Er gefiel ihr unglaublich gut und sie freute sich wahnsinnig, dass sie bei ihm mitfahren durfte. Ungeduldig zappelte sie herum und lächelte erleichtert, als sie ihre Schwester, hübsch wie immer, die Treppe herunter kommen sah. “Na endlich! Aber es hat sich gelohnt.“, meinte sie dann noch grinsend, als sie ihre Schwester betrachtete.
Kaum hatten sie sich von ihren Eltern verabschiedet und die Türe aufgemacht, als Parvati auch schon das wartende Auto erblickte. “Mist, er ist schon da. Hoffentlich hat er nicht zu lange gewartet.“ Nervös ging sie auf das Auto zu und öffnete die Türe, um einzusteigen. Schüchtern lächelte sie Sascha an und strich sich ihre Strähne, die sie absichtlich aus der Frisur gelassen hatte nach hinten. “Hi… ich hoffe, du hast nicht zu lange gewartet…“, fragte sie vorsichtig. Reva hatte da wesentlich weniger Hemmungen. Sie machte es sich hinten gemütlich. “Schicker Wagen, ist das deiner?“, fragte sie dann frech und kicherte, als Parvati sie entsetzt anschaute. Doch Sascha lachte ebenfalls und grinste kurz nach hinten. “Ja, ist meiner.“, antwortete er, bevor er sich auf die Straße konzentrierte. Während der Fahrt wurde kaum etwas geredet. Paro war viel zu nervös und Reva guckte interessiert aus dem Fenster. Allerdings dauerte die Fahrt auch nicht sonderlich lange, bis sie am Ziel anlangten und sie sich unter die Leute auf der Party mischten.
Es war schon fast zwölf, als Sascha langsam auf Parvati zukam. Lächelnd drückte er ihr ein Glas in die Hand und setzte sich zu ihr an den Pool, wohin sich das Mädchen für einen Moment zurückgezogen hatte, um ein wenig Frischluft zu schnappen. “Ganz allein hier draußen? Keine Angst, dass ein böser Wolf kommt und dich mitnimmt?“, grinste er sie an und sie musste lachen. “N.. Nein, eigentlich nicht.“, antwortete sie dann schüchtern. Dann blickte sie zu ihm hoch und betrachtete ihn einfach, während er sie anlächelte und langsam mit seiner Hand über ihre Wange strich. Langsam schloss sie die Augen und genoss einfach das Gefühl berührt zu werden, während ihr Herz Purzelbäume schlug. Leicht zitternd stellte sie das Glas auf den Boden und berührte langsam seine zweite Hand und streichelte sanft darüber.
Ein hübsches Lächeln spielte um Parvatis Lippen und sie öffnete die Augen, nur um zu sehen, dass das Gesicht von Sascha langsam näher kam und seine Lippen sanft die ihren berührten. Ihr Herz schlug wie wild und ihre Hand fand den Weg zu seinem Nacken, wo sie diese hinlegte und ihn dort streichelte, während seine Lippen die ihren liebkosten und die Zunge sanft um Eintritt anfragte um ihren Mund zu erforschen. Er schmeckte gut, leicht nach Rauch und Alkohol und nach ihm, was einen leichten Schauer über ihren Rücken rinnen ließ. Er wurde fordernder, ein wenig stürmischer und zog Parvati enger an sich, bis sie auf seinem Schoß saß.
Fordernd und bestimmend streichelte er über ihren Rücken und sie ließ sich gerne so von ihm berühren. Jagden diese sanften Streicheleinheiten doch einen Schauer nach dem anderen über ihren Rücken und ließen eine leichte Gänsehaut entstehen. Langsam ließ er seine Hand unter ihr Trägertop gleiten und streichelte nun direkt die Haut. Eine heiße Welle überflutete Parvati und sie war sich nicht sicher, ob ihr das Ganze nicht ein wenig zu schnell war. Aber die sanften, neckischen Küsse vertrieben den Gedanken schnell wieder. Langsam wanderte Saschas Hand nach oben, näherte sich stetig dem BH-Verschluss des Mädchens. Parvati hörte auf ihn zu küssen und blickte unsicher in seine Augen, als er den Verschluss öffnete und mit seiner Hand nach vorne fuhr, um die junge Brust des Mädchens zu streicheln.
In dem Moment kam Reva um die Ecke. Im ersten Moment stockte sie, als sie den Typen mit ihrer Schwester sah, die anscheinend nicht ganz wusste, was sie tat. Aber dann wurde sie regelrecht zur Furie. Mit bösem Blick marschierte sie direkt auf Sascha zu und scheuerte ihm eine. “Lass meine Schwester in Ruhe! Wer gibt dir das Recht, sie einfach anzugrapschen, oder glaubst du, nur weil du uns hier her gefahren hast, kannst du dir alles erlauben?!“, wütend zerrte sie an der Hand von Parvati, die sich widerstandslos hochziehen ließ. Sascha sagte nichts, starrte nur finster vor sich hin. Es war wohl das erste Mal, dass er ein Mädchen nicht in sein Bett befördert hatte, wenn er es wollte und das nur wegen der kleinen Schwester!
Energisch zerrte Reva Parvati ins nächste Badezimmer, wo sie sie dann losließ und sich zu ihr mit blitzend grünen Augen umdrehte. “Bist du noch ganz dicht? Das war doch vollkommen klar, was der Kerl wollte, oder hast du das nicht gecheckt? Willst du dich an so wen verschenken??“ Parvati sank langsam in die Knie und umschlang diese mit ihren Armen. Schluchzend legte sie ihren Kopf drauf und der ganze Körper bebte vor Verzweiflung. Ein wenig unschlüssig stand die kleine Schwester vor ihr, bis sie sich hinkniete und Paro umarmte. “Schon gut, ich hab ja auf dich aufgepasst…“, flüsterte sie leise und Paro blickte mit einem kleinen Lächeln auf. “Danke, Süße… Ich glaub, ich hab heut mein Hirn weggeschmissen… Magst dus nicht für mich suchen gehen?“ Und beide lachten danach befreit auf.
Nachdem sie sich ausgeweint hatte, stand sie schniefend auf und beseitigte beim Spiegel schnell die verwischten Spuren der Tränen, bevor sie sich endlich wieder ihren BH richtete und gemeinsam mit Reva aus dem Bad marschierte, vorbei an verwundernd dreinblickenden Gesichtern, um ihre Eltern anzurufen, ob sie sie vielleicht holen kommen könnten. über die Party schwiegen sie sich aus. Das war und blieb ihr Geheimnis und Reva hütete sich, irgendwem gegenüber das zu erwähnen und auch Paravti war das ganze schrecklich peinlich. Sascha bedachte sie mit keinem Blick mehr. Die Schwärmerei für ihn hatte schlagartig aufgehört, als Nareva sie damit konfrontiert hatte, was der Typ eigentlich von ihr wollte.
Wieder einmal hatte sie einen Brief von Kumari bekommen. In den letzten Jahren war das schüchterne Mädchen viel selbstbewusster geworden. Vielleicht lag es an ihrem Talent, das im Beherrschen des Feuers und in der Belebung von Gegenständen bestand. Diese gaben ihr womöglich die Kraft und das Selbstbewusstsein. Im letzten Brief schrieb sie ihr aufgeregt, dass sie einen Freund hatte, einen Inder, mit dem sie recht glücklich schien. Parvati hoffte sehr, dass das hielt und Kumari glücklich werden würde. Sie freute sich irrsinnig für ihre Freundin, auch wenn sie sie immer noch zu sich wünschte, da ihr die Besuche in Indien einfach zu wenig waren. Sie würde sie lieber viel häufiger sehen...
Zufrieden legte sie den Brief auf ihren Schreibtisch, fein säuberlich im Kuvert und so, dass ihn nicht gleich jeder lesen konnte, wenn er ins Zimmer schneite. Danach nahm sie ihre Tasche und eilte aus dem Zimmer. Sie hatte vor, mit Anila und Maya ins Black Orchid zu gehen und ein wenig zu tanzen. Sie war anfangs nicht oft dort zu sehen gewesen. Zu sehr hatte ihr das missfallen, was Reva da betrieben hatte. Ihre Fähigkeiten dafür einzusetzen um sich das zu ermöglichen fand sie einfach nicht fair, außerdem war es nicht erlaubt. Nach ihren anfänglichen Streitigkeiten um dieses Thema hatte Reva mit ihrem Dickkopf wieder einmal gewonnen. Mit einem leichten Lächeln dachte sie daran. Reva setzte ihren Dickkopf immer durch. Auch dass sie im Karma ihre hellseherischen Fähigkeiten anbot war zuerst nicht ganz nach Parvatis Willen geschehen, aber irgendwann hatte sie nachgegeben.
In der Eingangshalle warteten Maya und Anila aufgeregt. Parvati hatte beschlossen, Maya heute das erste Mal mit zu nehmen und daher war diese recht quirlig. “Und du glaubst wirklich, dass ich da rein komm?“, ein wenig zweifelnd schaute Maya zu ihrer ältesten Schwester. Parvati grinste nur. “Klar, Nila kommt ja auch rein.“ “Ja, Nila… Die hat ja auch ihre Kräfte.“, schmollend schaute Maya zu ihrer Schwester, die von einem Ohr zum anderen grinste. “Ach, du wirst dein Talent auch noch finden, Schwesterherz. Ich war auch 15 als ich endlich gemerkt hab, was ich bin und schau dir Reva an, die hat noch länger gebraucht…“, versuchte sie Maya zu trösten, was ihr aber nicht so gut gelang. Leise brummelte diese vor sich hin, während sie alle in Parvatis Auto stiegen, das sie sich mit Reva teilte.
Nach ca. einer viertel Stunde kamen die drei endlich beim BO an und Maya hielt sich dicht bei Paro, etwas unsicher, aber dennoch setzte sie ein freches Gesicht auf, als ob es selbstverständlich wäre, dass sie hier war und als ob sie hier Stammgast wäre. Mit grinsenden Gesichtern gingen Anila und Parvati mit ihr an den Türstehern vorbei und diese sagten tatsächlich nichts. Beide glaubten sie, dass Maya schon über 18 war, genauso wie Anila. Als sie dann endlich drinnen waren, fiel die Spannung von Maya ab und interessiert schaute sie sich um. “Echt cool hier…“ und ein paar Minuten später war sie schon weg, um Reva zu suchen und sich gründlicher umzuschauen.
Parvati setzte sich sofort an ihren Lieblingsplatz und bestellte sich eine Cola, um das Geschehen auf der Tanzfläche zu beobachten. Anila war anscheinend sofort dort hingegangen, zumindest tanzte sie wieder wie ein Wirbelwind in der Mitte und zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Auch Maya hatte sich zu ihr gesellt und die Zwei schienen es recht lustig zu haben. Plötzlich wurden Paro von hinten die Augen zugehalten und ihr Kopf wurde leicht nach hinten gezogen. “Reva, ich seh dich trotzdem“, lachte Parvati und drehte sich um, um ihre Schwester zu begrüßen. Diese ließ sich grinsend in den Sessel neben ihr fallen und schnappte sich ein paar Erdnüsse, die auf dem Tisch standen. “Und? Maya gut rein bekommen?“, fragte sie dann und Paro musste lachen. “Klar, alle da draußen sind der fixen Ansicht, dass sie schon längst 18 ist. Außerdem schaut sie doch eh älter aus als sie ist…“
Später gesellte sich auch Parvati zu den anderen zweien auf die Tanzfläche und zu Dritt tanzten sie die halbe Nacht. Ab und zu kam auch Reva zu ihnen, aber meistens waren sie zu dritt. Unterbrochen von Trinkpausen, in denen sie sich an Cola, Mineral und anderem gütlich taten. Kurz vor Sperrstunde wankten sie dann recht müde zum Auto und fuhren langsam nach Hause. Maya schlief schon auf der Fahrt im Auto ein. So lang war sie noch nie fort gewesen und den ganzen Abend mit tanzen verbringen war doch ein wenig anstrengend. Auch Anila gähnte die halbe Zeit und alle waren froh, zu Hause in die Betten fallen zu können…
Es war ein wunderschöner Sommertag. Mit geschlossenen Augen lag Parvati auf einer Liege vor dem Pool und ließ sich von der Sonne wärmen. Heute war Sonntag und somit hatte sie nichts zu tun, außer den schönen Tag zu genießen. Sie hatte beschlossen, einmal richtig faul zu sein und es sich einfach gut gehen zu lassen. Die Augen waren geschlossen und bekleidet war sie nur mit einem recht modernen dunkelroten Bikini. Es war rundum nicht gerade leise, Rufe von Kindern, Müttern, das Spielen und Plantschen in den Becken und sonstige Stimmen waren zu hören. Es war ein typischer Tag im Schwimmbad. Wohlig streckte sie sich und drehte sich auf den Bauch, um nun auch ihren Rücken zu grillen.
Wieder schloss sie ihre Augen und fand sich im Land ihrer Fantasien wieder, als sie plötzlich daraus aufgeschreckt wurde. “Iiih! Ihr seid gemein!!! Wie könnt ihr nur?“ Sie schlug die Augen auf und sah ihre lachenden Schwestern vor ihr. Schnell stand sie von der Liege auf und stolperte fast darüber, was ihr noch mehr Lacher einbrachte. “Na wartet!“, rief sie und rannte ihnen nach, als sie lachend und kreischend Richtung Becken davon rannten. “Euch krieg ich noch!“, rief sie und alle vier sprangen ins Becken, wo eine heiße Wasserschlacht entbrannte.
Es war einfach wunderschön, drei so tolle Schwestern zu haben!
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Rani Mukherjee
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Dreaming Beauty
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