Parvati Richards

CURRICULUM VITÆ
LEBENSLAUF


NAME / NAME
    Parvati Richards
    Als Parvati Sharma – das Erste der vier Sharma Mädchen – geboren, wird sie in ihrem Herzen auch immer eine Sharma bleiben, auch wenn sie seit der Ehe mit ihrem Mann Dylan seinen Namen Richards trägt. Einmal Sharma, immer Sharma.



NICKNAME / RUFNAME
    Paro
    Für Familienangehörige und Freunde heißt sie Paro, allerdings muss man sich die Benutzung ihres Spitznamens erst verdienen. Sie lässt nicht jeden an sich heran und nur die, die ihr was bedeuten, dürfen ihren Namen abkürzen. Falls jemand sonst auf die Idee kommt, irgendwelche Verniedlichungen zu verwenden, kann sie sehr schnell arrogant und abweisend wirken, auch wenn das eigentlich nicht ihre Art ist.



AGE / ALTER
    30, geboren am 18. Juli 1978.



RACE / RASSE
    Changeling / Panthera pardus
    Wie alle ihre Geschiwister ist Parvati eine Gestaltwandlerin, zwar nur halb, aber dennoch dominant in ihr vertreten. Die mediale Seite ist zwar vorhanden, doch nur gering. Sie selbst nutzt ihre Fähigkeiten auch nicht bewusst, sondern lebt nur ihre animale Seite wirklich aus.



OCCUPATION / BERUF
    Kunstlehrerin
    Da sie schon immer einen Hang zum künstlerischen hatte, ebenso wie sie gerne Kinder und Jugendliche betreute, hatte sie den Weg als Lehrerin eingeschlagen. Um alleine mit Kunst Geld zu verdienen ist sie nicht gut genug und die Betreuung ihrer Schützlinge will sie auch nicht missen.



BIRTHPLACE / GEBURTSORT
    Pannaji, die Hauptstadt von Goa an der indischen Westküste.
    Allerdings lebt die Familie seit dem siebten Lebensjahr Parvatis in San Francisco. Durch eine Beförderung ihres Vaters, waren sie zum Umzug gezwungen, zumindest wenn er weiter kommen wollte.



FAMILY BACKGROUND / FAMILIE
    DYLAN RICHARDS
    Ehemann – Gestaltwandler – Leopard – 31
    In Dylan hatte Paro ihren Seelengefährten gefunden. Kurz nach ihrem Schulabschluss, am Anfang ihrer Ausbildung zur Kunstlehrerin hatten sie geheiratet. Kennengelernt hatte sie ihn schon lange vorher, während ihrer Schulzeit und die Gefühle haben schon damals ihren Lauf genommen. Auch wenn Parvati es anfangs nicht wirklich glauben wollte und sich provokant nach jemand anderem umgesehen hatte, so konnte sich ihre Seelenverwandtschaft nicht leugnen und ihr Weg führte unweigerlich zueinander.

    RIYA & MANISHA RICHARDS
    Töchter – Gestaltwandlerinnen – Panther – 4
    Mit ihren zwei kleinen Töchtern hat Parvati dank Lucky ihre liebe Not. Natürlich gibt es für sie außer ihren Mann niemanden, den sie mehr liebt, doch hat sie vollauf damit zu tun, den Unfug, den ihre Schwestern den Kleinen einreden wieder auszutreiben. Chaotisch, und verspielt wie es bei Katzen üblich ist, stellen die Mädchen den ganzen Haushalt Richards auf den Kopf.

    RAJ SHARMA
    Vater – Gestaltwandler – Panther – 62
    Parvati liebt ihren starken Vater, einst Sentinel des DarkRiver Rudels. Inzwischen zumindest was die Rudeltätigkeiten angeht ist er im Ruhestand. Doch seine Arbeit als stellvertretender Geschäftsführer eines Changeling Pharmakonzern hält ihn immer noch auf trab. Gott sei Dank – der Meinung Parvatis nach, da er so nicht so viel Zeit zum nachdenken hat, als wenn er nur zu Hause wäre. Der Verlust seiner geliebten Frau und Seelenverwandten hatte den Panther sehr schwer getroffen und auch heute ist der meist etwas überfürsorgliche Vater noch nicht über den Verlust hinweg.

    CHANDRA SHARMA – GEB: EVANS
    Mutter – Psy – Vision – 56
    Über ihre Mutter redet keines der vier Mädchen gerne und auch Parvati hat schnell gelernt, Fragen, die ihre Mutter betreffen auszuweichen oder einfach nicht zu beantworten. Geboren und aufgewachsen in Großbritannien lernte Chandra Raj bei einem Familienbesuch in Indien kennen und lieben. Sie heirateten bald und ihre vier inzwischen erwachsenen Töchter sind immer noch Zeugnis von ihrer Zuneigung und Liebe. Ihr Beruf war es, bei der Polizei durch ihr Psy-Talent, den Visionen, Verbrecher zu finden und zu stellen. Als Silence ausgerufen wurde war sie eine der verbissentsten Gegnerinnen, doch heute fristet sie nur noch ein seelenloses Dasein in einem Sanatorium für Mediale. Inzwischen sind 20 Jahre seit ihrer Einlieferung vergangen.

    LAKSHMI SHARMA GEN. EVANS
    Schwester – Gestaltwandlerin – Panther – 28
    Sie ist zwei Jahre jünger als die älteste Tochter und eigentlich komplett anders als Parvati. Man könnte sie als einen Wirbelwind bezeichnen: Spontan, stur und ungestüm sind die Schlagworte, die sie wohl am besten beschreiben. Allerdings ist Lucky auch recht liebevoll und absolut verschwiegen, wenn es um diejenigen geht, die sie liebt. Ihre Familie bedeutet ihr alles und hier ist sie auch am glücklichsten. Sie ist wie alle anderen Mädchen eine Pantherin und zusätzlich die Heilerin des Rudels. Was sich auch in ihrem Beruf – der medizinischen Laufbahn – wiederspiegelt.

    ANILA SHARMA
    Schwester – Gestaltwandlerin – Panther – 26
    Wie Lux ist sie ein recht stürmisches Wesen. Diese Zwei sind auch nicht nur durch die Geschwisterbande eng verbunden sondern sind auch sonst recht oft zusammen zu sehen. Man könnte behaupten, bessere beste Freundinnen gibt es nicht. Nachdem Raj sich im Rudel zurück gezogen hat, hat Anila sozusagen seinen Posten als Sentinel eingenommen und erfüllt ihn gut. Ihr Vater hat ihn nicht vererbt, was nicht möglich ist, aber es ist dennoch so, dass sie an seine Stelle getreten ist.

    MAYA SHARMA
    Schwester – Gestaltwandlerin – Panther – 23
    Das Nesthäkchen der Familie Sharma ist Maya egal wie alt sie wird, sie wird es immer bleiben. Vermutlich würden ihre Schwestern sie auch als Großmutter noch aufziehen, dass sie die Jüngste ist. Anders als die anderen drei Mädchen hat sie ihre Mutter nicht wirklich gekannt und musste ganz ohne deren Vorbild aufwachsen. Aber dennoch wurde sie zu einer recht ansehnlichen starken Frau, die sich nun jobmäßig zumindest ihrer Mutter genähert hat. Als angehende Police Officer jagt sie nun die bösen Jungs.

    ANIL & GAURI SHARMA
    Großeltern – Gestaltwandler – Panther – 83 + 81
    Seit die Familie umgezogen ist, sehen die Geschwister ihre Großeltern nur noch in den Ferien. Parvati besucht sie regelmäßig, fährt auch mit ihrem Mann und den kleinen Töchtern immer wieder nach Indien, um auch den Teil der Familie so oft es geht zu sehen. Anders als Lakshmi telefoniert sie weniger, hält aber eine sehr intensive Brieffreundschaft mit ihrer Großmutter, ebenso wie zu einigen ihrer Freunde.

    THE EVANS
    Familie der Mutter – Pys – Daten Unbekannt
    Zum Familienteil ihrer Mutter pflegt Parvati garkeinen Kontakt und interessiert sich auch nicht dafür. Seit ihre Mutter in der Anstalt sitzt, um dort auf das Sterben zu warten, hatte sie sich geweigert auch nur einen Schritt in die Richtung der Evans zu setzen.



APPEARANCE / ERSCHEINUNG
    Die Haare der Inderin sind sicher ein Blickfang. Dunkelbraune, fast schwarze, seidig samtene Wellen umschmeicheln ihr Gesicht. Die Haarpracht ist nicht ganz glatt, sondern leicht gelockt. Dadurch, dass Parvati ihre Haare recht lang trägt und diese durch ihre Dicke und Gesundheit schwer sind, fallen sie schön über ihren Rücken bis zum Becken. Nur die Fransen, die ihr ins Gesicht fallen, sowie die Spitzen haben ihren eigenen Willen. Vor einiger Zeit hat sich die junge Frau einen Stufenschnitt zugelegt und da er ihr recht gut zu Gesicht steht, diesen auch behalten. Die vorderen Strähnen reichen knapp bis zur Schulter und werden manchmal von schwarzen, matt glänzenden Spangen zurückgehalten. In ihrer Freizeit trägt sie das Haar offen, was sich allerdings wieder ändert, wenn sie das Klassenzimmer betritt. Schnell wird die Pracht zu einem lockeren Zopf geflochten und die Haare, die nicht lang genug sind, hinters Ohr geklemmt. Wenn sie allerdings in den Regen kommt, kringeln sich die Haare, die nicht geflochten sind zu kleinen Löckchen, die das Gesicht umrahmen.

    Die Augen Parvatis sind von einem schönen Braun, das der Farbe eines Rehs gleicht und man hat auch sofort das Gefühl, einem sanften, liebevollen Wesen gegenüberzustehen, wenn sie einen anblickt. Weder der Schalk, der in den Augen von Maya zu sehen ist, noch die Wildheit ihrer Schwester Anila ist hier zu finden. Eher als weise und alt könnte man das beschreiben, was man hier findet. Dennoch hat man das Gefühl, als blicke sie einem direkt ins Herz, wenn Parvati sich jemandem direkt zuwendet. Sie ist wie ein offenes Buch und in ihrem Gesicht findet man meist die Wahrheit, wenn man sie sucht. Dunkle markante Augenbrauen rahmen die Augen ein, die nicht lügen können und verleihen ihnen eine gewisse Ausdrucksstärke.
    Geschminkt sind die Augenlider meist recht dunkel, entweder blau oder violett und manchmal ist auch ein dunkles braun zu sehen. Ebenso verwendet Parvati recht viel Wimperntusche und macht damit die Augen zum interessantesten Punkt ihres Gesichtes.

    Eine recht schmale, elegante Nase ziert das Gesicht der Inderin und endet über einem fein geschwungenem Mund, dessen Lippen voll sind und ebenso wie bei ihren Schwestern recht verführerisch wirken können - was wohl an der Familie liegt. Mit dunkelrosanem Lippenstift werden sie meist bedacht und verleihen ihr, genauso wie die Augen, einen sanften Touch. Das Gesicht ist leicht rundlich aber dennoch fein gezeichnet. Die Haut ist heller als bei ihren Schwestern aber genauso makellos. Sie wirkt wie eine Mischung aus Ocker und Sahne. Im ersten Moment würde man ihr vom Teint die Inderin nicht ansehen.

    Auf ihre Figur ist sie recht stolz, denn trotz Schwangerschaft konnte sie ihre Figur beibehalten und man würde nicht erahnen, dass sie zwei Töchter hat. Schlanke Arme und Beine und schön proportionierte Kurven sind ihr Eigen. Wenn man den Blick über ihren Körper gleiten lässt, bemerkt man einen schön geschwungenen Hals, der in zierlich schmale Schultern übergeht. Ihre Hände sind schlank und schmal, wirken fast zerbrechlich, so filigran sehen sie aus. Wenn ihre Haut heller wäre, könnte man die Äderchen darunter sehen. Feste, schön geformte Brüste und einen flachen Bauch, der recht durchtrainiert wirkt fallen weiters auf, wenn man den Körper entlang gleitet. Das Becken ist nicht zu schmal und der Po hat eine Apfelform, die durch das Gewand auch manchmal betont wird. Lange Beine vervollständigen das Bild. Die ganze Gestalt ist muskulös, was man aber nicht wirklich sieht.

    Als Raubkatze ist sie wohl die zierlichste und unscheinbarste ihrer Schwestern. Weder ist sie besonders groß, noch wirkt sie zu muskelbepackt und kräftig. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie im Rudel keine besondere Stellung inne hat. Ihr Fell schimmert dunkel und ihr Muster ist gewöhnlich. Selbst die Augen wirken sanfter als die ihrer Schwestern, was nicht bedeuten soll, dass Parvati nicht wild sein kann, ganz im Gegenteil. Auch in ihr verbirgt sich ein verspieltes Kätzchen ebenso wie die gefährliche Raubkatze. Ihre Geschmeidigkeit drückt sich in ihrem Gang aus, als Katze wie als Mensch, ebenso ihr Gleichgewichtssinn.

    Gekleidet ist Parvati recht unterschiedlich. Meist liebt sie es, sich, genauso wie ihre Geschwister, in engen, recht vorteilhaften Kleidungsstücken, die aber dennoch bequem sind, zu präsentieren. Dunkle Rot-, Blau- und Brauntöne werden von ihr am liebsten getragen, genauso wie Schwarze und Weiße Kleidung. Weite Hosen, die ihre Beine umschmeicheln und Blusen in allen möglichen Ausführungen sind ihr das Liebste. Im Sommer finden auch Trägerleibchen Verwendung, die ihren festen Bauch freigeben - allerdings nur in ihrer Freizeit - und um sich vor Kälte zu schützen zieht sie enge Pullover allem anderen vor. Geht sie aus, um sich zu vergnügen, weiß sie sich auch sehr reizvoll und herausfordernd zu kleiden, allerdings alles sehr stil- und geschmackvoll.
    Zu Hause allerdings bevorzugt sie Saris. Nichts ist bequemer, als die leichten Stoffe, die zusätzlich ihre Herkunft und ihre Kultur darstellen. Sie ist stolz darauf, Inderin zu sein und versteckt sich nicht hinter fadenscheinigen Ausreden, wenn es um ihre Herkunft geht.

    Auch mancher Schmuck ziert den Körper der jungen Frau. Sie trägt gerne Ketten aus allerlei Materialien. Meist dekoriert allerdings eine matt schimmernde, Perlmutt-farbene Perlenkette ihren Hals, die sie von ihrer Großmutter geschenkt bekommen hatte. Ebenso trägt sie oft Ohrreifen, die aus filigranem Silber sind. Ihre Hände werden durch schmale Ringe geschmückt. An der rechten Hand ist ein einfacher silberner Ring zu finden, ohne irgendeine Verzierung, ebenso wie ihr Ehering, ein schlichter Goldreif. Links trägt sie ebenso einen Ring aus Silber, allerdings mit einem kleinen Amethyst in der Mitte.



CHARACTER / CHARAKTER
    Die Ruhigste und Vernünftigste der Sharma-Geschwister ist Parvati. Sie ist diejenige, an die sich all ihre Schwestern wenden, wenn sie einen ruhigen Pol benötigen um einfach einmal auszuruhen, wieder zur Kraft zu kommen und jemanden zum Zuhören brauchen. Sie strahlt diese Ruhe regelrecht aus, bringt nur mit ihrer Anwesenheit die Leute dazu, nachzudenken, ob der Streit oder die Auseinandersetzung, die sie gerade geführt hatten wirklich nötig war. Oft reichen nur ein wissender Blick und ein sanftes Lächeln und man fühlt sich besänftigt.

    Parvati ist kein lauter Mensch, aber dennoch weiß sie sich sehr gut durchzusetzen. Man übersieht sie nicht und man hört ihr zu, wenn sie was zu sagen hat, auch wenn sie oft recht unscheinbar erscheint. Sie überlegt erst, bevor sie etwas sagt oder handelt und ist selten wirklich spontan. In der Hinsicht ist sie wohl das absolute Gegenteil von Lakshmi und Anila, die mit ihrer Wildheit oft plötzliche Entscheidungen treffen. Für Parvati muss alles erst gut durchdacht sein, um auch das Gefühl zu haben, dass sie Erfolg haben wird mit dem was sie vorhat.

    Wenn man ihr Vertrauen gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben gefunden, der einen niemals enttäuscht. Allerdings verlangt sie genauso Ehrlichkeit, Verschwiegenheit und Vertrauen, wie sie selbst es gibt. Hat man sie einmal enttäuscht und ihr Vertrauen gebrochen ist es sehr schwer bis fast nicht möglich, es jemals wieder zurück zu gewinnen. Zu groß ist die Enttäuschung, zu sehr wurde sie verletzt, dass sie so etwas einfach vergessen könnte. Vergeben kann sie vielleicht nach einiger Zeit, vergessen jedoch nie. Immer wird das in ihrem Hinterkopf bestehen bleiben und sie vor neuerlichem Vertrauen warnen.

    Selten sieht man Parvati schlecht gelaunt oder traurig. Sie ist ein Sonnenkind, wenn auch sie nicht so verrückt und lebhaft ist wie ihre Schwestern, so ist sie dennoch für vieles zu haben und kann genauso laut lachen und sich verspielt geben. Aber immer ist sie die Vernünftigste von den Vieren und dieses Verhalten wird sie wohl nie richtig los.
    Ein Lächeln sieht man immer auf ihren Lippen und ihre Freundlichkeit ist überall gern gesehen, wodurch sie auch recht beliebt ist bei ihren Schülern, die auch gerne mal einfach so mit ihr plauderten.

    Wenn man sie provoziert und sich ihr gegenüber unfreundlich verhält, kann Parvati auch ganz anders. Kalt wird ihr Blick und aus ihren Zügen spricht Arroganz und ihr ganzes Verhalten wird absolut abweisend. Sie lässt sich nicht gerne minderwertig behandeln und hat einen ziemlichen Stolz, wenn es um ihre Herkunft, ihre Familie oder ihre Arbeit geht. Wer auch immer das an ihr kritisiert, bekommt von ihr die kalte Schulter gezeigt. Selten spricht sie mit solchen Menschen, lieber hält sie sich von ihnen fern.

    Parvatis absolute Leidenschaft gilt neben der Kunst den Pflanzen. Jede einzelne, sei sie für andere noch so hässlich und nutzlos, ist für sie ein Geschenk der Natur. Sie kann auch den Dornenranken und Fliegenpilzen etwas abgewinnen und sei es nur ihre Nützlichkeit. In allen Gewächsen findet sie etwas, das ihr etwas bedeutet. Ihre absoluten Lieblinge unter den Blumen sind Gänseblümchen und deren große Verwandte, die Margeriten. Wenn ihr ein Mann eine Freude machen will, schenkt er ihr keine Rosen, die sie zwar mag, für sie aber nichts Besonderes sind, da sie immer von jedem als Geschenk auserkoren werden. Die kleinen unscheinbaren Pflanzen haben es ihr wesentlich mehr angetan. Natürlich finden durch ihre Pflanzenliebe oft diese Platz auf Gemälden, Zeichnungen oder Kritzeleien. All ihre Schüler wissen natürlich um ihre Vernarrtheit, mussten sie doch oft genug Blümchen zeichnen, was ihrer Begeisterung für Kunst allerdings nur selten einen Abbruch tat.

    Auch Tiere mag sie recht gerne und hat auch hier ihre Favoriten. Katzenartige Wesen sind ihr die Liebsten aber auch Hunde sind bei ihr immer gerne gesehen und sie scheint für diese auch diese Ruhe auszustrahlen, denn es hat sie noch nie ein Hund gebissen oder eine Katze gekratzt - ihre Geschwister und Töchter mal nicht mit einbezogen. Ganz anders als viele andere Gestaltwandler, kommt sie mit allen Arten aus, auch mit ihren natürlichen Feinden, was als Lehrerin schon fast ein Muss ist. Allerdings hat sie gehörigen Respekt vor Schlangen und Insekten wie Bienen, Hornissen oder Wespen, genauso wie Spinnentiere lösen diese bei ihr eine Panik aus. Auch Ratten und Mäuse sind ihr zutiefst zuwider und es kann schon mal vorkommen, dass sie bei deren Anwesenheit auf einen Stuhl springt.

    Wie Lakshima liebt sie Filme und Bücher. Diese Leidenschaft teilen die zwei Geschwister und oft schauen sie sich einen Film zum dritten Mal gemeinsam an um an genau den gleichen Stellen wie immer eine Schachtel Tempos zu verbrauchen. Die ganzen Klassiker wie "Casablanca", "Vom Winde verweht" und "Spartacus" sowie viele andere kennt sie inzwischen recht gut und hat die dazugehörigen Bücher, falls vorhanden, ebenfalls verschlungen. Umso dicker ein Buch, umso lieber liest sie es. Ganze Buchreihen findet man, wenn man in ihren Schrank schaut.

    Parvati ist ein sehr ordentlicher Mensch und auch äußerst zuverlässig. Unpünktlichkeit, Unordnung und mangelnde Hygiene sind ihr ein Graus und sie kann schon ziemlich schnippig werden, wenn man ihr mit einem dieser Übel begegnet. Alles hat seinen Platz und bei jedem Ding weiß sie genau, wo es ist. Wenn irgendwer ihre Ordnung durcheinander bringt, was ihre Schwestern ab und zu auch versehentlich schaffen, rastet sie mal kurz aus und versucht ihre geliebte Ordnung wieder herzustellen. In solchen Momenten sollte sich jeder außerhalb ihrer Reichweite befinden, da sie schon einmal um sich schlagen kann, wenn sie wirklich wütend wird.

    Tanzen zählt zu einer ihrer Leidenschaften, was sie auch recht gut beherrscht. Das sind wohl die Augenblicke, wo sie richtig gelöst und frei ist, sich so gibt, wie sie ist, ohne sich hinter irgendetwas zu verstecken oder zu versuchen nett zu sein. Hier lebt sie einfach, drückt ihre Gefühle, ihre Emotionen durch den Tanz aus. Sie kann sich eigentlich zu so gut wie jeder Musik bewegen, wenn sie auch nicht alle Musik schätzt oder mag. Mit geschlossenen Augen einfach der Melodie entlang treiben ist etwas, was sie mag und immer wieder genießt.

    Parvati hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, wenn es um Namen, Gesichter und Geschichten geht. Sie merkt sich eine Person sofort und weiß auch, wann und wo sie sie schon einmal gesehen hat. Ebenso kann sie in Filmen jeden Schauspieler anderen Filmen zuordnen, erkennt auch die Stimmen immer wieder und weiß alleine dadurch wer es ist oder wessen Synchronstimme es ist. Allerdings hapert es bei ihr ziemlich mit Zahlen. Ein mathematisches Genie wäre sie nie geworden und Telefonnummern sind ihr ein Graus. Es war ihr verhasst, in der Schule Mathematik zu lernen und auch das Verständnis für Physik, was auch auf Mathematik aufbaut, fehlt ihr vollkommen.


SKILLS / FÄHIGKEITEN
    Natürlich kann Paro sich teilweise oder ganz in einen Panther verwandeln, wie jeder ihrer Art und nutzt ihre animalische Freiheit auch regelmäßig, einfach um dieser Seite Luft und Raum zu geben. Wie jede Katze hört sie dadurch wesentlich besser, sieht die Dinge ganz anders und auch Gerüche sind wesentlich intensiver. Oft ein Vorteil, aber durchaus auch negativ, da es nicht besonders berauschend ist, grelles Licht zu sehen, den Lärm einer Disco zu hören oder neben einer Mülltonne vorbei zu gehen. Aber sie reagiert auch in menschlicher Gestalt empfindlich auf diese Eindrücke, wenn auch nicht so stark.
    Obwohl sie zierlich und relativ klein ist für einen Panther, so hat sie dennoch eine enorme Sprungkraft und Muskulatur, von der Menschen nur zu träumen wagen – oder hart dafür trainieren – nur um danach lange nicht so gut auszusehen. Am liebsten hat sie in ihrer Katzengestalt allerdings den phänomenalen Gleichgewichtssinn und alle möglichen Balanceakts werden immer wieder von ihr ausprobiert.

    Von ihrer medialen Seite hat sie nicht viel mitbekommen. Wie Lakshmi kann sie Gefühle anderer empfinden, doch nicht beeinflussen. Sie weiß nur, wie sich jemand fühlt, ob man sie anlügt oder ehrlich zu ihr ist. Vielmehr kann sie weder herausfinden noch durch ihre Fähigkeiten verändern. Eigentlich ist sie auch ganz froh darum, da sie sich den Psy absolut nicht verbunden fühlt, in keinster Weise und so wenig von ihnen ihr Eigen nennen möchte.


VITA / LEBENSLAUF
    KLEINE SCHWESTER || 1980


    Mit schnellen kleinen Schritten lief das Kind auf die ältere Frau zu. Diese saß vor dem Haus in einem bequemen Stuhl und genoss die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Auf ihren Armen schlief ein knapp ein Jahr altes Baby, das das Gesicht zu einer Schnute verzogen hatte, als würde es von Spinat und anderen Grausigkeiten träumen. Nun zügelte das kleine Kind seine Schritte, stolperte fast über den pinken Sari, den es anhatte und setzte die kleinen Zehen so behutsam auf, dass es für einen Beobachter schon fast komisch wirkte.

    Endlich war es dann angelangt an seinem Ziel. »Omi, Omi? «, flüsterte es ein wenig zu laut. »Schläft Lucky? « Ungeduldig zupfte es am Ärmel der Frau und hopste ein wenig, um das Gesicht des Babys, das ihre jüngere Schwester war, zu sehen. Großmutter Sharma lächelte ihre ältere Enkelin mit strahlenden Augen an. »Ja mein Herzchen, sie schläft... Magst du sie sehen? «, schon wissend, wie die Antwort ausfallen würde, senkte sie ihre Arme leicht, so dass Parvati ihren Kopf drüber strecken und in das Gesicht ihrer Schwester blicken konnte.

    Mit großen Augen, in denen ein faszinierter und staunender Blick lag, schaute sie auf das Kleiderbündel im Arm ihrer Großmutter. »Wird sie noch größer? Kann ich mit ihr spielen? « Wieder glitt ein wissendes Lächeln über die Lippen der alten Frau. »Ja, sie wird genauso größer, wie du größer wirst mein Schatz. Irgendwann werdet ihr beide große hübsche Frauen sein. Und ihr werdet immer miteinander spielen können und zusammen sein. « antwortete sie und es schaute für einen kurzen Moment so aus, als schweife ihr Blick in andere Zeiten, nur was sie sah, konnte man an ihrem Blick nicht erkennen.

    Wieder hüpfte das kleine Kind herum und hielt sich gleichzeitig am Arm der Oma fest, so dass auch das Baby durchgerüttelt wurde. »Und wann ist sie endlich so groß, dass sie mit mir spielen kann? Weil sie schreit nur und stinkt manchmal sogar. « Angewidert verzog sie ihre kleine Nase, als würde sie riechen, von was sie sprach. »Ui, du darfst dich nicht festhalten, wenn du hüpfst! Sonst... « Doch hier wurde die ältere Frau von den Schreien des Babys unterbrochen, das die Schaukelei und die lauter werdenden Stimmen anscheinend nicht sonderlich schätzte. Das ganze Gesicht lief rötlich an und es schien fast so, als holte das Kleine noch einmal Luft, um nur noch lauter zu schreien.

    Seufzend wiegte Großmutter Sharma das Bündel hin und her und schaute mit einem leicht strafenden, aber nicht bösen Blick zu ihrer Enkelin, deren Schuld das Ganze war. »So Paro, husch husch, geh hinein und hilf deiner Mama beim Essen machen. « Die Kleine nickte ernsthaft und trottete hinein, wobei sie den Blick zum Boden senkte. Sie sprach leise, aber dennoch hörte ihre Großmutter sie. »Das Baby wird nie groß und spielt mit mir. Es schreit ja schon wieder. Und nachher stinkt es bestimmt auch wieder. Und sabbern tuts auch... « Gauri musste sich zurückhalten, dass sie nicht anfing zu lachen, als sie ihrer Enkelin nachschaute. »Lakshmi wird schneller groß als du denkst mein Herz und ab und zu wirst du sie sicher wieder in dieses Alter zurückwünschen. « sagte sie leise mehr zu sich als zu Parvati, wissend lächelnd...

    __________

    ABSCHIED || 1985


    Endlich war der Unterricht zu Ende und während Parvati langsam und traurig ihre Sachen zusammen packte, scharten sich ihre kleinen Freundinnen um sie. »Warum gehst du? Wann kommst du wieder? Ist es wahr, was die Lehrerin gesagt hat? Kommst du wieder zurück? Wie lang bist du weg? Schreibst du mir? Ich glaub nicht, dass das stimmt, oder? Das war doch nur ein Scherz, oder Paro? Wohin gehst du überhaupt? «, fragten alle gleichzeitig und durcheinander, so dass das Mädchen eigentlich nicht viel verstand. Sie war recht beliebt und die Mädchen vor ihr waren ständig mit ihr zusammen in der Schule. Sie waren eine richtige kleine Clique und hatten oft nur Blödsinn im Kopf, auch wenn Parvati eine der Ruhigeren der Gruppe war.

    Langsam hob sie ihren Kopf wieder, nachdem sie sorgfältig das letzte Heft in der Tasche verstaut hatte. Dann blickte sie traurig von einer zur anderen und die Mädchen verstummten langsam. Sie mochte sie alle und sie wollte nicht weg, aber gestern hatten ihre Eltern verkündet, dass sie fort gingen, nach San Francisco zogen und dort auch bleiben würden. Natürlich könne sie in den Ferien ihre Oma und die Freundinnen besuchen, wurde ihr versichert, aber das war nicht genug! Sie wollte nicht einfach so weg hier, alles zurücklassen und wo hin ziehen, wo sie niemanden kannte und ganz alleine war. Dort sprachen sie nicht einmal indisch und schauten auch ganz anders aus. Sie verzog kurz ihr Gesicht im Gedanken an die bleichen Leute dort in Amerika und seufzte leise.

    Nacheinander hatte sie die Freundinnen angeschaut. Am meisten würde sie wohl Kumari, Rhada und Nilam vermissen... Jelin und Kumkum auch, aber Kumari würde ihr am meisten fehlen, ebenso Nilam – Nilu, wie sie von allen genannt wurde. Mit den Zweien war sie am häufigsten zu sehen. »Doch, es ist wahr... ich werde wegziehen... Mama und Papa wollen nach San Francisco und Lucky, Nila und ich müssen mit... Oma bleibt da, aber wir gehen... Und ich darf nicht bei Oma bleiben... «, wieder verstummte sie. Sie würde nirgends wieder so gute Freundinnen finden, davon war sie fest überzeugt. »Ich darf in den Ferien her kommen... Da werd ich euch besuchen... Und schreiben werd ich euch auch... Ganz oft... Ich will doch wissen, was ihr anstellt ohne mich... «

    Dann erhob sie sich langsam und die fünf Mädchen vor ihr gingen ein wenig zurück, um ihr Platz zu machen. Kumkum, ein ein wenig dickeres Mädchen stolperte über den Fuß von Jelin, als diese nicht schnell genug zurück ging und schnell hielt Parvati sie fest. Sie waren so unterschiedlich und doch so ähnlich. Alle waren sie aus Familien von Gestaltwandlern oder Psy und durch ihre Andersartigkeit hatten sie auch zueinander gefunden. Von den anderen Kindern wurden sie eher gemieden - auch wenn diese sich nicht erklären konnte, warum sie diese sechs Mädchen als anders empfanden - und Burschen gab’s hier keine. Sie waren in einer reinen Mädchenschule und langsam gingen die sechs Freundinnen aus dem Schulgebäude und Richtung nach Hause.

    Eine nach der anderen verließ die Gruppe, um in eine andere Richtung zu gehen, aber nicht ohne vorher Parvati zu umarmen und tränenreich zu verabschieden und sich von ihr noch einmal das Versprechen zu sichern, dass sie auch wirklich schreiben würde. Bis schlussendlich nur noch Kumari übrig war. Sie war aus einer Familie von Leoparden mit einer Großmutter als Psy, doch hatte sich bei ihr nichts davon durchgesclagen. Ein reines Katzenmädchen war sie also, ein recht hübsches und sehr schlankes Mädchen, das Parvati fest an sich drückte und nicht mehr los lassen wollte. Zwischen ihnen brauchte es keine Worte, sie verstanden sich auch ohne. »Vergiss mich nicht Paro, ja? Und schreib oft. Ich wird immer an dich denken... «, flüsterte ihr Kumari zu, bevor sie sich plötzlich löste und in Richtung ihres Hauses davon rannte. Mit Tränen in den Augen blieb Parvati stehen. Sie würde ihren Eltern nie verzeihen, dass sie sie hier von ihren Freundinnen wegrissen, dass sie ihr Leben in Indien aufgeben musste.

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    GESCHWISTERLIEBE || 1988


    Drei Jahre waren sie nun schon in San Francisco und immer noch hatte Parvati manchmal Sehnsucht nach Indien. Natürlich hatte sie auch hier Freunde gefunden und ging normal weiter zur Schule. Auch wenn sich hier ein großer Unterschied ergab. Es waren auch Burschen in ihrer Klasse und das erste Mal wünschte sie sich wirklich wieder in ihre geliebte Mädchenschule zurück. Die Jungs waren ab und zu ziemlich lästig und machten sich einen Spaß daraus, die Mädchen festzuhalten, um unter die Röcke zu schauen oder an ihren Haaren zu ziehen und Haargummis zu verstecken. Beim ersten Mal, als ihr so was passiert war, war sie heulend nach Hause gekommen. Sie hatte einfach nicht gewusst, wie sie damit umgehen sollte. Ganz alleine, niemanden zu kennen und dann auch noch so was!

    Aber mit der Zeit wusste sie sich zu wehren und fand auch ihre Freundinnen, mit denen sie gemeinsam über den Schulhof schlenderte und aufs Klo ging, so wie es bei allen Mädchen üblich war, auch wenn sie das Zweitere ab und zu als seltsam empfand. Aber sie wollte nicht ausgeschlossen werden und mit der Zeit wurde selbst das für sie normal.
    Fast jeden Abend schrieb sie fleißig ins Tagebuch und auch Briefe wurden mit schöner Regelmäßigkeit verfasst und an ihre fünf Freundinnen geschickt. Was sie von dort allerdings zurück bekam war nicht immer erfreulich. Die Mädchen hatten sich kurz nach ihrer Abfahrt zerstritten und nun gab es zwei Gruppen. Kumari und Nilu waren immer noch zusammen und auf der anderen Seite Kumkum, Rhada und Jelin. Die Drei schrieben auch immer unregelmäßiger, bis sie ganz aufhörten. Traurig beklagte Parvati den Verlust ihrer Freundinnen und in solchen Momenten wurde sie wieder böse auf ihre Eltern. Wäre sie noch in Indien, wäre das bestimmt nicht passiert...
    Kumari erzählte ihr in fein säuberlich geschriebenen Briefen, dass sich die drei Mädchen Kumkum, Jelin und Rhada richtig aufspielten und sich als was Besseres sahen, nur weil sie alle drei Psy waren. Nilam war ebenfalls eine Gestaltwandlerin und konnte sich in einen Wolf verwandeln, während ihre liebste Freundin Kumari zu einer wunderschönen Leopardin heranwuchs.

    Nachdem sie den neuesten Brief gelesen hatte, legte Paro ihn auf die Seite und ließ sich rücklings ins Bett fallen. Wie wäre es jetzt in Indien? Würde sie ihre Freundinnen wieder vereinen können? Es wieder schaffen, dass sie zu sechst herum streiften? So in Gedanken versunken hörte sie nicht, wie leise ihre Türe aufgemacht wurde. Auch die tapsigen kleinen Schritte am Boden hörte sie nicht. Erst als Maya auf ihr Bett krabbelte und das Gewicht sich verlagerte, schaute sie auf. »Paro! Geschichte vorlesen... «, meinte die Kleine und blickte ihre große Schwester treuherzig an. Lachend stand Parvati auf. Dem Blick konnte sie einfach nicht widerstehen.

    Spontan knuddelte sie ihre Schwester, die in ihrem Arm gleich zu zappeln und zu quietschen anfing. »Was möchtest du denn hören Maya? Was soll ich erzählen? Und wo sind Lux und Nila? « So viele Fragen auf einmal! Maya blieb ruhig auf dem Schoß ihrer Schwester sitzen und zog die Nase kraus, während sie nachdenklich die Finger der einen Hand in den Mund nahm und daran saugte. »Nila, Lucky... «, nuschelte sie und zeigte zur Türe, wohl um anzudeuten dass sie davor standen oder unten waren. Leise lächelte Paro und knuddelte Maya noch mal kurz, bevor sie sie neben sich ins Bett setzte, um aufzustehen. Dann hob sie die Kleine hoch, die für sie eigentlich recht schwer war und ging mit ihr zur Tür, um diese aufzumachen. Davor war niemand... Also mussten Lux und Nila wohl unten sein, im Wohnzimmer...

    Vorsichtig stieg Parvati mit Maya auf dem Arm die Stufen hinab. Diese hatte sich an ihrem Hals festgeklammert und schnürte ihr beinahe schon die Luft ab. Unten setzte sie erleichtert die kleine Schwester ab und griff nach der etwas klebrigen kleinen Hand, um so mit ihr ins Wohnzimmer zu gehen, wo sie ihre zwei Schwestern mit Popcorn und Chips vorm Fernseher sah. Sie schauten sich irgendeinen Kinderfilm an und hatten Maya wohl zu Paro geschickt, weil diese, dadurch dass sie nichts verstand, zu quengeln angefangen hatte. »Ach so ist das also. Ihr macht es euch hier gemütlich und Maya schiebt ihr zu mir, damit ich ihr ne Geschichte vorlese? « Fragte sie dann ein wenig säuerlich und blickte mit finsterem Blick auf die zwei, die sich vor Schreck umgedreht hatten und sie mit großen Augen anstarrten. »Na ja, du liest doch eh grad den Brief von Kumari und bist ganz deprimiert, da dachte ich, könntest du vielleicht Ablenkung gebrauchen. «, versuchte sich Lux mit einem schelmischen und gewinnenden Lächeln rauszureden. »Ach... Dachtest du? Ich bin da anderer Meinung. «

    Dann kniete sie sich vor Maya hin. »Was willst du anschauen Herzchen? « Diese hüpfte freudig auf und ab und quietschte. »Aladin, Aladin, Aladin!«, rief sie und mit grinsendem Gesicht stand Parvati wieder auf. »Habt ihr gehört? Wir schauen Aladin an. «, zufrieden, es den Zweien heimgezahlt zu haben, setzte sie Maya neben Lakshmi und sich selbst neben Anila, nachdem sie die Kassette eingeschoben hatte. Luckys und Nilas Gesicht drückte Unwillen aus, als sie mit Maya dann zum hundertsten Male Aladin anschauten, während Parvati in sich hinein lachte und zufrieden Popcorn mampfte. Ab und zu war es ganz brauchbar, die Älteste zu sein.

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    TRAUER, VERÄNDERUNG & STILLE || 1989


    Es war leise, immer wieder war es still. Parvati hasste die Stille, hasste diese unheimliche Ruhe, diese… Leere. Wieder war ein Tag vergangen, wieder die Hoffnung, dass ein Wunder geschieht, wieder eine Enttäuschung. Sie war aufgewacht und es war gleich wie gestern, gleich wie die letzen 6 Wochen. Ihr Vater schweigend, den ganzen Tag gerade ausstarrend und auf der Veranda sitzend, sich von nichts und niemanden dazu bewegen lassend, auch nur irgendetwas an seiner Position zu ändern. Es war, als wäre er gestorben und nur noch seine Hülle hier.

    Es tat weh, ihn so zu sehen, ebenso wie ihre Schwestern, die unterschiedlichen Reaktionen zu ertragen. Doch sie war die Älteste, versuchte stark zu sein, die Große, Unerschütterliche, die Starke… Doch Nachts weinte sie, wenn alle schliefen ließ sie ihren Tränen meist freien Lauf, lautlos, heimlich, aber kontinuierlich. Sie hatte auch schon lange nicht mehr richtig geschlafen, fühlte sich verbraucht, kaputt und müde und das mit ihren jungen Jahren.
    Maya weinte durchgehend, war nicht wirklich zu beruhigen. Dauernd rief sie nach ihrer Mutter, wollte von niemandem gehalten oder beschwichtigt werden. Paro verzweifelte fast an ihr. Anila fragte laufend nach, wo Mutter war, wann sie wieder kam und immer wieder die gleiche Antwort – ich weiß es nicht.. Und Lucky… Sie schien nicht davon berührt, so ruhig wie sie sich gab, doch die ältere Schwester wusste es besser. Auch wenn sie noch so intensiv an ihrer undurchdringlichen Mauer baute, Paro konnte dahinter sehen, wusste von dem Schmerz, der Verzweiflung ihrer Schwester und litt mit ihr.

    Silence… Alleine das Wort bereitete der Inderin Übelkeit. Schon bei der ersten Erwähnung gab es Streit und Paro hat ihre Eltern schweigend beobachtet, zugehört, wenn diese sie nicht beachteten, doch verstanden hatte sie nicht alles. Ihre Mam wurde krank, immer kranker und als sie schlussendlich zum Arzt ging… war sie für immer fort gewesen, war der Familie genommen. Papa war verletzt nach Hause gekehrt und seither … leer, nicht wieder zu erkennen. Es machte Parvati Angst, ihn so zu sehen.
    Erst viel viel später verstand die noch junge Inderin, was damals passiert war, wo ihre Mutter nun war und dass sie sie nie wieder sehen würde. Das Andenken an Chandra war heilig. Die Bilder, ihre ganzen Kleidungsstücke, jedes einzelne Detail blieb wie es war, als hätte sie das Haus gerade eben verlassen. Und nicht nur bei ihnen, bei vielen Familien, bei Schulkameraden, Freunden, Nachbarn… Überall der selbe Schmerz, überall die gleiche Trauer…

    Silence
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    SCHULALLTAG || 1991


    Es war mucksmäuschenstill im Klassenraum. Ab und zu hörte man ein Fliegensummen oder einen Füller übers Papier kratzen. Die Sonne schickte ihre wärmsten Strahlen durch das Fenster und die Schüler, die nicht im Schatten saßen, schwitzten noch mehr als die anderen. Mit langsamen Schritten ging Professor Engler den Gang entlang, blickte immer wieder auf eines der Blätter, die vor den Schülern lagen und achtete mit wachsamen Augen, dass niemand auch nur daran dachte zu schummeln. Es war die letzte Mathematikklausur in diesem Jahr und es schien fast so, als hätte Mr. Engler sich die gemeinsten und fiesesten Aufgaben ausgedacht um die Schüler bis ans Äußerste ihrer Leistung zu treiben.

    Verzweifelt blickte Parvati auf das Blatt, das vor ihr lag. Sie hatte gerade einmal zwei Drittel der Aufgaben gelöst und die vermutlich nicht richtig. Und der Minutenzeiger wanderte ihrer Meinung nach immer schneller zum Sechser, bei dem dann die Glocke losschrillen würde. Sie hasste Mathematik, konnte dieses Fach einfach nicht leiden und den Vorgängen nichts abgewinnen. Was interessierte sie schon, wie viel was ergab, wenn man es durch was anderes dividierte? Oder was für eine Zahl der Platzhalter X war. Das war doch vollkommen unwichtig! Was hatte das mit dem Leben zu tun? Seufzend kaute sie an ihrem Bleistift, der eindeutig schon öfters in diesem Fach benutzt wurde. Alte Knabberspuren zierten das Ende des Stiftes und ließen ihn recht hässlich aussehen.

    Resigniert schmiss sie ihn hin und lehnte sich zurück. Sie würde das nie schaffen! Sie würde sicher durchfallen und alle würden sie auslachen! Warum konnte sie nicht so gut in Mathe sein wie Richard Diaz, einer, der mit ihr in Mathe zusammen war, genauso wie in Chemie und noch zwei anderen Fächern. Leicht verzweifelt blickte sie zu diesem, doch der war absolut in seine Aufgaben vertieft und kritzelte eifrig vor sich hin. “Miss Sharma? Wollen sie schon abgeben?“, war Mr. Engler sofort zur Stelle und fragte sie freundlich, ihr die Sicht zu Richard versperrend. “Nein, ich schau nur Löcher in die Luft, vielleicht find ich dort die Lösung.“, erwiderte sie bissig und verdeckte ihr Blatt mit der Handfläche, damit der Professor nicht schauen konnte, was sie geschrieben hatte und sich darüber lustig machen, was er recht gerne tat.

    “Na dann schauen sie mal, dass sie kein Vakuum schaffen, das tut dem Denken nicht gut.“, antwortete dieser und stolzierte weiter den Gang entlang. Mit bösem Blick äffte sie ihn nach und ihr Banknachbar André, der genauso schlecht in Mathe war wie sie, konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen. Mit schelmischem Blick, schaute sie kurz in seine Richtung, bevor sie sich wieder ihrem Blatt widmete. Und anscheinend hatte das in die Luft starren genützt. Auf einmal kapierte sie, was da stand und eifrig begann sie, ihr Blatt Vollzukritzeln. Endlich klingelte es zur Pause und erleichtert ließ sie sich zurückfallen und strich sich eine Strähne aus ihrem heißen Gesicht, bevor sie mit einem Grinsen nach vorne ging, um die Arbeit abzugeben. Es würde zwar nicht die beste Note sein, aber durchfallen würde sie nicht und damit war sie vollkommen zufrieden.

    Kaum war sie aus der Klasse draußen, als André sie auch schon einholte und kurz an der Schulter festhielt. “Na, haben die Löcher in der Luft doch noch ein Geheimnis preisgegeben?“, fragte er sie mit schelmischem Grinsen und sie musste Lachen. “Jap, sie waren recht hilfreich, vor allem das Loch, das in der Nähe von Isabelles Tisch war... Der großen Schrift konnte ich einfach nicht widerstehen.“, meinte sie frech. “Also darauf würd ich mich beim nächsten Mal nicht verlassen, dass die Klassenstreberin direkt vor dir platziert wird. Wie lob ich mir doch meine kleinen Helferlein.“, konterte er feixend und zog zwei klein beschriebene Zettel aus seinem Ärmel. André war schon immer ein Genie, wenn’s ums Schummeln ging. Danach ging Parvati schmunzelnd davon, um sich was zum Essen zu kaufen. OK, die Note war nicht ganz ehrlich verdient, aber dafür würde sie Mr. Engler dieses Mal nicht wieder vor der ganzen Klasse blamieren.

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    GELIEBTE FREUNDIN || 1992


    Endlich wieder einmal in Indien! Schon vor neun Jahren hatte sie sich von ihren Freundinnen verabschiedet und war mit ihrer Familie nach Amerika gezogen. In all den Jahren war sie in den Sommerferien nach Indien gefahren, um ihre Freundinnen zu besuchen. Im ersten Jahr hatten sich noch alle gefreut, sie zu sehen, aber ab dem zweiten Jahr traf sie eigentlich nur noch Nilu und Kumari. Die anderen drei interessierten sich nicht mehr für sie, was Parvati ziemlich deprimierte. Dieses Jahr würde sie nur Kumari treffen, da Nilu ihren Sommer am anderen Ende Indiens verbrachte, wohin ihre große Schwester gerade geheiratet hatte. Noch während des Fluges wurde Parvati ungeduldig und rutschte auf ihrem Sitz hin und her, und wartete sehnsüchtig darauf, dass sie endlich landeten.

    Am Flughafen dann schaute sie nach ihrer Tasche und ging gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater durch das Gebäude, bis sie endlich in der Halle waren, wo auch schon Kumari auf sie zugerannt kam. “PARO!!!“, rief sie und diese ließ ihre Tasche fallen, um Kumari in Empfang zu nehmen, die sich regelrecht in ihre Arme schmiss. “Ach es ist so schön, dass du wieder da bist“, überglücklich blickte das schlanke Mädchen auf ihre Freundin. Dann drehte sie sich um und grüßte höflich auch die anderen. “Guten Tag Herr Sharma... Hey Lucky, hübsche Ohrringe.“ Suchend sah sie sich um. "Wo sind denn Anila und die Kleine, Maya?", fragte sie verwundert, aber Parvati antwortete ihr gleich. "Die sind bei Freunden geblieben, Maya ist krank und Papa wollte sie nicht alleine lassen, darum ist Anila bei ihr…", "Ah... Achso..." Dann wandte sie sich wieder an Parvati und umarmte diese noch einmal kurz, bevor sie dann lachend und plaudernd hinausgingen, wo sie von Großmutter Sharma abgeholt wurden. Kumari fuhr natürlich mit und verbrachte den Abend bei der Familie.

    Ein paar Tage später schlenderten die zwei besten Freundinnen durch die Straßen. Beide hatten eine große Tüte Eis in der Hand und erzählten sich gegenseitig die letzten Neuigkeiten, immer wieder unterbrochen von Gekichere und Schleckerei am Eis. “Ich bin ja so froh, dass ich jetzt Ferien hab. Das kannst du dir echt nicht vorstellen. Ich hab seit vier Jahren diesen dämlichen Matheprofessor und er lässt keine Gelegenheit aus, um mich zu ärgern. Ich weiß auch nicht, was er gegen mich hat.“ erzählte Parvati gerade. “Du Arme... Naja, Ich hab da eher Glück mit den Lehrern. Und du weißt ja, ich bin wieder in einem Mädcheninternat, wir haben keine Jungs bei uns. Wie ist das so? Nerven sie viel im Unterricht? Und sag, hast du schon einen geküsst?“ Gespannt blickte Kumari ihre Freundin an, die anfing zu lachen.

    Prustend hielt Parvati sich den Bauch und das Eis kippte verdächtig. Gerade noch rechtzeitig nahm sie es wieder hoch und schleckte noch einmal genüsslich davon ab. “Du hast Fragen.“, kicherte sie los und setze sich mit ihrer Freundin auf eine abgelegene Bank, hinter der nur noch ein kleines Haus stand, das verlassen schien. “Also es kommt immer auf die Jungs an. Manche nerven ganz schön, aber die sind auch blöd... Andere sind wieder ganz OK. Ich kenn einen, der echt nett ist, auch wenn er ab und zu spinnt. Ist in meinem Jahr und heißt André. Allerdings ist das jetzt nicht wie du meinst!“, setzte sie sofort hinzu, als ihre Freundin schon zu feixen und zu kichern anfing. Doch dadurch lachte Kumari nur noch mehr und Parvati schaute sie gespielt finster an. “Das ist NICHT lustig!“ meinte sie dann, schmollte dann und drehte sich weg. “Dann erfährst du auch nicht, wen ich geküsst hab.“, sagte sie dann und als Kumari anfing zu betteln, musste sie wieder lachen.

    Langsam drehte sie sich wieder um, aß ihr Eis gemütlich fertig und schmollte noch ein wenig, während Kumari neben ihr rumzappelte und ungeduldig fragte, wer er denn war und wie es so sei. Dann lehnte sie sich langsam zurück. “Aaaaaalso...“, fing sie an. “Es war eigentlich nicht viel... Und ich hab ihn nicht mehr gesehen seitdem“, versuchte sie sich herauszureden, aber ihre Freundin knuffte sie in die Seite, so dass sie quietschte. “OK, OK, ist ja schon gut, ich erzähl ja!“, lachte sie dann. “Er heißt Luka und war ein Austauschschüler, ein Jahr über mir. Er war aus Deutschland und hat ein Jahr hier verbracht. Ich war bei der Abschiedsparty eingeladen. Ich weiß nicht mehr über wie viele Ecken die Einladung gegangen ist, aber ich bin auf jeden Fall mit André und seiner Clique hin, die auch dort waren. Irgendwann hab ich eben Luka kennen gelernt... Nun ja...“ duckste sie dann herum und wurde leicht rot, aber Kumaris Blick brachte sie dazu weiter zu reden. “Auf jeden Fall haben wir geplaudert... Und zum Abschied hat er mich geküsst. Ich meine, richtig geküsst, du weißt schon... Mit Zunge und so...“, beendete Parvati ihre Story und ihr Gesicht konnte nun einer Tomate Konkurrenz machen.

    Eine Weile saßen sie noch plaudernd auf der Bank und vergaßen ganz die Zeit. Eifrig redeten sie auch darüber, wie Kumari ihre ersten Erfahrungen mit Jungs gemacht hatte, zu ihrem eigenen Bedauern nicht so viel wie Parvati, aber sie war himmelhoch jauchzend verliebt. Gespannt hörte Parvati zu und bohrte natürlich genauso bei ihr nach wie ihre Freundin zuvor bei ihr. Ein wenig bedrückt schaute sie dann auf die Uhr und stellte fest, dass es schon recht spät war. „Na wir sollten los, sonst bekommen wir noch Ärger. Pa spinnt nur rum, wenn wir ohne Ankündigung verschwinden oder zu spät heim kommen. Magst du bei uns essen? Wir werden wieder toll bekocht und ich glaub gegen deine Anwesenheit hat sicher keiner was.“ Natürlich nahm Kumari an und sie schlenderten wieder über Jungs quatschend zum Haus der Großeltern Sharma.

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    MEINE SCHWESTER IST DIE BESTE || 1994


    “Lucky! Mach endlich die Tür auf! Ich will auch noch duschen und mich anziehen!“ Wütend und ungeduldig hämmerte Parvati an die Badezimmertür, die von ihrer Schwester von innen abgesperrt wurde. Noch einmal klopfte sie dagegen, als die Türe auf einmal mit einem Schwung geöffnet wurde und Lucky mit einem Grinsen vor ihr stand. “Waaah! Bist du verrückt, auf einmal so schnell aufzureißen? Ich wär fast geflogen!“, giftete Parvati sie an und Lucky hob nur eine der perfekt geschminkten Augenbrauen “So? ich dachte, du wolltest rein? Das passt dir jetzt wohl auch wieder nicht…“ Einen Moment lang schauten die Zwei sich böse an, bevor sie beide anfingen zu lachen.

    “Beeil dich aber!“, rief Lucky ihrer Schwester hinterher, als sie dann in ihr Zimmer verschwand, um sich etwas zum anziehen zu suchen. “Haha, wenn du nicht so lang gebraucht hättest, müsst ich jetzt nicht hetzen…“, murmelte Parvati und stieg schnell unter die Dusche, um ihren schönen Körper einzuseifen und abzuwaschen. Nachdem sie das heiße Wasser genossen hatte und sich wieder sauber fühlte, stieg sie heraus und wickelte schnell ein Handtuch um sich, bevor sie zum Spiegel ging, wo sie dann anfing, ihre Haare zu trocknen und in eine hübsche Steckfrisur zu verwandeln. Danach schminkte sie ihre Augen und betrachtete am Schluss prüfend das Ergebnis. Sie schnitt sich selbst eine Grimasse und ging aus dem Bad und eiligst in ihr Zimmer, weil es auf dem Flur recht kalt war. Dort angekommen schlüpfte sie in die Kleider, die sie sich schon zu Recht gelegt hatte. Da Lakshmi so ewig gebraucht hatte, hatte sie ja schon genug Zeit gehabt, sich ihre Sachen herauszusuchen.

    Endlich fertig eilte sie hinunter und zog sich schnell ihre Schuhe an. “Lucky?! Wo bist du denn? Wir sind schon spät dran!“, rief sie hinauf und blickte ungeduldig auf die Uhr. Sascha würde nicht ewig warten. Es war Jahresende und die oberen vier Jahre veranstalteten eine Party, zu der dieses Jahr auch Lakshmi mit durfte. Und Sascha war ein Jahr älter als Parvati und hatte versprochen, die zwei Schwestern mitzunehmen. Schon beim Gedanken an den attraktiven Jungen wurde ihr warm. Er gefiel ihr unglaublich gut und sie freute sich wahnsinnig, dass sie bei ihm mitfahren durfte. Ungeduldig zappelte sie herum und lächelte erleichtert, als sie ihre Schwester, hübsch wie immer, die Treppe herunter kommen sah. “Na endlich! Aber es hat sich gelohnt.“, meinte sie dann noch grinsend, als sie ihre Schwester betrachtete.

    Kaum hatten sie sich von ihrem Vater verabschiedet und die Türe aufgemacht, als Parvati auch schon das wartende Auto erblickte. “Mist, er ist schon da. Hoffentlich hat er nicht zu lange gewartet.“ Nervös ging sie auf das Auto zu und öffnete die Türe, um einzusteigen. Schüchtern lächelte sie Sascha an und strich sich ihre Strähne, die sie absichtlich aus der Frisur gelassen hatte nach hinten. “Hi… ich hoffe, du hast nicht zu lange gewartet…“, fragte sie vorsichtig. Lucky hatte da wesentlich weniger Hemmungen. Sie machte es sich hinten gemütlich. “Schicker Wagen, ist das deiner?“, fragte sie dann frech und kicherte, als Parvati sie entsetzt anschaute. Doch Sascha lachte ebenfalls und grinste kurz nach hinten. “Ja, ist meiner.“, antwortete er, bevor er sich auf die Straße konzentrierte. Während der Fahrt wurde kaum etwas geredet. Paro war viel zu nervös und Lucky kuckte interessiert aus dem Fenster. Allerdings dauerte die Fahrt auch nicht sonderlich lange, bis sie am Ziel anlangten und sie sich unter die Leute auf der Party mischten.

    Es war schon fast zwölf, als Sascha langsam auf Parvati zukam. Lächelnd drückte er ihr ein Glas in die Hand und setzte sich zu ihr an den Pool, wohin sich das Mädchen für einen Moment zurückgezogen hatte, um ein wenig Frischluft zu schnappen. “Ganz allein hier draußen? Keine Angst, dass ein böser Wolf kommt und dich mitnimmt?“, grinste er sie an und sie musste lachen. “N.. Nein, eigentlich nicht.“, antwortete sie dann schüchtern. Dann blickte sie zu ihm hoch und betrachtete ihn einfach, während er sie anlächelte und langsam mit seiner Hand über ihre Wange strich. Langsam schloss sie die Augen und genoss einfach das Gefühl berührt zu werden, während ihr Herz Purzelbäume schlug. Leicht zitternd stellte sie das Glas auf den Boden und berührte langsam seine zweite Hand und streichelte sanft darüber.

    Ein leises Lächeln spielte um Parvatis Lippen und sie öffnete die Augen, nur um zu sehen, dass das Gesicht von Sascha langsam näher kam und seine Lippen sanft die ihren berührten. Ihr Herz schlug wie wild und ihre Hand fand den Weg zu seinem Nacken, wo sie diese hinlegte und ihn dort streichelte, während seine Lippen die ihren liebkosten und die Zunge sanft um Eintritt anfragte um ihren Mund zu erforschen. Er schmeckte gut, leicht nach Rauch und Alkohol und nach ihm, was einen leichten Schauer über ihren Rücken rinnen ließ. Er wurde fordernder, ein wenig stürmischer und zog Parvati enger an sich, bis sie auf seinem Schoß saß.

    Fordernd und bestimmend streichelte er über ihren Rücken und sie ließ sich gerne so von ihm berühren. Jagden diese sanften Streicheleinheiten doch einen Schauer nach dem anderen über ihren Rücken und ließen eine leichte Gänsehaut entstehen. Langsam ließ er seine Hand unter ihr Trägertop gleiten und streichelte nun direkt die Haut. Eine heiße Welle überflutete Parvati und sie war sich nicht sicher, ob ihr das Ganze nicht ein wenig zu schnell war. Aber die sanften, neckischen Küsse vertrieben den Gedanken schnell wieder. Langsam wanderte Saschas Hand nach oben, näherte sich stetig dem BH-Verschluss des Mädchens. Parvati hörte auf ihn zu küssen und blickte unsicher in seine Augen, als er den Verschluss öffnete und mit seiner Hand nach vorne fuhr, um die junge Brust des Mädchens zu streicheln.

    In dem Moment kam Lucky um die Ecke. Im ersten Moment stockte sie, als sie den Typen mit ihrer Schwester sah, die anscheinend nicht ganz wusste, was sie tat. Aber dann wurde sie regelrecht zur Furie. Mit bösem Blick marschierte sie direkt auf Sascha zu und scheuerte ihm eine. “Lass meine Schwester in Ruhe! Wer gibt dir das Recht, sie einfach anzugrapschen, oder glaubst du, nur weil du uns hier her gefahren hast, kannst du dir alles erlauben?!“, wütend zerrte sie an der Hand von Parvati, die sich widerstandslos hochziehen ließ. Sascha sagte nichts, starrte nur finster vor sich hin. Es war wohl das erste Mal, dass er ein Mädchen nicht in sein Bett befördert hatte, wenn er es wollte und das nur wegen der kleinen Schwester!

    Energisch zerrte Lucky Parvati ins nächste Badezimmer, wo sie sie dann losließ und sich zu ihr mit blitzend grünen Augen umdrehte. “Bist du noch ganz dicht? Das war doch vollkommen klar, was der Kerl wollte, oder hast du das nicht gecheckt? Willst du dich an so wen verschenken??“ Parvati sank langsam in die Knie und umschlang diese mit ihren Armen. Schluchzend legte sie ihren Kopf drauf und der ganze Körper bebte vor Verzweiflung. Ein wenig unschlüssig stand die kleine Schwester vor ihr, bis sie sich hinkniete und Paro umarmte. “Schon gut, ich hab ja auf dich aufgepasst…“, flüsterte sie leise und Paro blickte mit einem kleinen Lächeln auf. “Danke Süße… Ich glaub, ich hab heut mein Hirn weggeschmissen… Magst dus nicht für mich suchen gehen?“ und beide lachten danach befreit auf.

    Nachdem sie sich ausgeweint hatte, stand sie schniefend auf und beseitigte beim Spiegel schnell die verwischten Spuren der Tränen, bevor sie sich endlich wieder ihren BH richtete und gemeinsam mit Lucky aus dem Bad marschierte, vorbei an verwundernd dreinblickenden Gesichtern hinaus, um ihren Vater anzurufen, ob sie sie vielleicht hohlen kommen könnte. Über die Party schwiegen sie sich aus. Das war und blieb ihr Geheimnis und Lucky hütete sich, irgendwem gegenüber das zu erwähnen und auch Paravti war das ganze schrecklich peinlich. Sascha bedachte sie mit keinem Blick mehr. Die Schwärmerei für ihn hatte schlagartig aufgehört, als Lakshmi sie damit konfrontiert hatte, was der Typ eigentlich von ihr wollte.


    *Unvollständig*


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