Elyea

Name
Elyea


Alter
Die Prinzessin ist 20 Jahre alt. Wenn sie sich herrichtet, kann sie durchaus älter wirken, aber sie zieht es vor, so alt auszuschauen, wie sie ist. Nur auf festlichen Anlässen putzt sie sich wirklich heraus und wird dann zusätzlich meist von den Illusionen ihrer Mutter unterstützt.


Rasse
Magierin


Gesinnung
Sie ist die Tochter des Königs und liebt ihren Vater sehr. Natürlich ist sie ihm treu und seinen Vorstellungen, auch wenn sie manchmal die Neugier packt, was außerhalb der Grenzen Xanths lauert. Offiziell ist sie auf jeden Fall Patriotin, dennoch kann man sie eher zu den neutralen Rebellen zählen, da sie einfach gerne wissen würde, wie es auf der anderen Seite ausschaut, auch wenn sie das nie im Leben jemandem verraten würde, nicht einmal Blesk weiß davon.


Magisches Talent
Das magische Talent Elyeas ist das Wachsenlassen von Pflanzen. Sie kann einen Samen innerhalb von Minuten zu einer ausgewachsenen Pflanze bringen und ebenso auch verdorren lassen. Alle pflanzlichen Lebewesen können von ihr beherrscht werden. Auch kann sie diese als Waffe einsetzen. Ein Gewirrbaum zum Beispiel, den sie gedeihen lassen hat, würde sie nicht angreifen, allerdings erkennt er andere nicht als Freund oder Feind an, man sollte also Abstand zu Elyeas Pflanzen halten, wenn sie diese sprießen lässt. Ihr Talent ist sehr gut entwickelt und äußerst mächtig.


Arbeit
Prinzessin Elyea geht keiner Arbeit nach. Sie hat sich der späteren Herrschaft über Xanth vorzubereiten und außerdem muss sie immer streng auf die Etikette achten. Es hat wohl kein Lebewesen so schwer wie eine Prinzessin, die alles tun muss und nichts darf. Inzwischen ist ihre Ausbildung in Sachen Umgangsformen abgeschlossen und sie weiß sehr gut, wie sie sich zu geben hat, dafür ist sie in der Ausbildung zur Frau des zukünftigen Königs mitten drinnen.


Aussehen
Die Haare der Prinzessin sind sicher ein Blickfang. Dunkelbraune, seidig samtene Wellen umschmeicheln ihr Gesicht, die teilweise ein wenig grün schimmern durch ihr Talent. überall finden sich dunkelgrüne Strähnchen, die ihr Haar interessant machen. Die Haarpracht ist nicht ganz glatt, sondern leicht gelockt. Dadurch, dass Elyea ihre Haare recht lang trägt und diese durch ihre Dicke und Gesundheit schwer sind, fallen sie schön über ihren Rücken bis zum Ende ihrer Schulterblätter. Nur die Fransen, die ihr ins Gesicht fallen, sowie die Spitzen haben ihren eigenen Willen. Vor einiger Zeit hat sich die junge Frau einen Stufenschnitt zugelegt und, da er ihr recht gut zu Gesicht steht, diesen auch behalten. Die vorderen Strähnen reichen knapp bis zur Schulter und werden manchmal von dunkelgrünen, matt glänzenden Spangen zurückgehalten. Meist trägt sie das Haar offen, nur wenn sie auf königlichen Anlässen zugegen sein muss, wird die Pracht zu einem lockeren Zopf geflochten und die Haare, die nicht lang genug sind, hinters Ohr geklemmt. Oder ihre Zofe versucht sich an einer kunstvollen Frisur, die Elyeas Haupt schmücken soll. Wenn sie allerdings in den Regen kommt, kringeln sich die Haare, die nicht geflochten sind, zu kleinen Löckchen, die das Gesicht umrahmen.

Die Augen Elyeas sind von einem schönen und intensiven Grün, das der Farbe des Grases gleicht und man hat das Gefühl, einem kleinen Wildfang gegenüberzustehen, wenn sie einen anblickt. Oft spielt der Schalk in ihren Augen und die Wildheit, die sie ansonsten im Zaum halten musste. Allerdings ist sie wie ein offenes Buch und in ihrem Gesicht findet man meist die Wahrheit, wenn man sie sucht. Dunkle, markante, aber dennoch schmale Augenbrauen rahmen die Augen ein, die nicht lügen können und verleihen ihnen eine gewisse Ausdrucksstärke. Geschminkt sind die Augenlider selten, aber wenn, dann bevorzugt sie alle möglichen Grüntöne, die überall an ihr zu finden sind.

Eine recht schmale, elegante Nase ziert das Gesicht der Prinzessin und endet über einem fein geschwungenen Mund, dessen Lippen voll sind und recht verführerisch wirken können. Das Gesicht ist leicht rundlich, aber dennoch fein gezeichnet. Die Haut ist recht hell und makellos.

Auf ihre Figur ist sie recht stolz. Schlanke Arme und Beine und schön proportionierte Kurven sind ihr Eigen. Wenn man den Blick über ihren Körper gleiten lässt, bemerkt man einen schön geschwungenen Hals, der in zierlich schmale Schultern übergeht. Ihre Hände sind schlank und schmal, wirken fast zerbrechlich, so filigran sehen sie aus. Wenn ihre Haut heller wäre, könnte man die äderchen darunter sehen. Feste, schön geformte Brüste und einen flachen Bauch, der recht durchtrainiert wirkt, fallen weiters auf, wenn man den Körper entlang gleitet. Das Becken ist nicht zu schmal und der Po hat eine Apfelform, die durch das Gewand auch manchmal betont wird. Lange Beine vervollständigen das Bild. Die ganze Gestalt ist trainiert, aber nicht wirklich muskulös, wodurch sie oft recht zerbrechlich wirkt.

Gekleidet ist Elyea recht unterschiedlich. Meist liebt sie es, sich in engen, recht vorteilhaften Kleidungsstücken, die aber dennoch bequem sind, zu präsentieren. Alle möglichen Grün- und Brauntöne werden von ihr am liebsten getragen, genauso wie dunkelblaue und dunkelrote Kleidung, allerdings nicht so oft, wie sie grüne Dinge an hat. Weite Hosen, die ihre Beine umschmeicheln und schön verzierte Blusen in allen möglichen Ausführungen sind ihr das Liebste. Im Sommer finden auch Trägerleibchen Verwendung, die ihren festen Bauch freigeben und um sich vor Kälte zu schützen, zieht sie enge Pullover allem anderen vor. Die meiste Kleidung, die sie besitzt, wurde von einer Elfenschneiderin gemacht, die bei ihnen im Schloss wohnt.

Auch mancher Schmuck ziert den Körper der jungen Frau. Sie trägt gerne Ketten aus allerlei Materialien. Meist ziert allerdings eine matt schimmernde, Perlmutt-farbene Perlenkette ihren Hals, die sie von ihrer Mutter zu ihrer Aufnahme in die Erwachsenenverschwörung geschenkt bekommen hatte. Ebenso trägt sie oft kleine Ohrstecker, die aus filigranem Silber sind. Ihre Hände werden durch einen schmalen Ring geschmückt. An der rechten Hand ist dieser recht einfache Silberring zu finden, ohne irgendeine Verzierung.


Charakter
Elyea wurde schon als Kind von ihrem Dad oft als ein Genie bezeichnet. Hochintelligent, überdurchschnittlich und über alle anderen herausragend, war ihre Auffassungsgabe und das Wissen, wie etwas umzusetzen ist. Allerdings geht mit dem Genie meist auch der Wahnsinn einher und Elyea ist ein wechselhaftes Wesen. Ihre Laune kann in Sekunden von himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt fallen und wieder wechseln. Man weiß nie, was sie gerade denkt, fühlt oder in welcher Gemütsstimmung sie sich gerade eben befindet. Will man sich mit ihr unterhalten, betritt man eigentlich immer die Höhle des Löwen und geht das Risiko ein, gefressen oder freundlich lächelnd empfangen zu werden. Durch ihre Erziehung hat sie gelernt, ihre Launen unter Kontrolle zu halten, was ihr allerdings nicht immer gelingt.

Elyea ist ein regelrechtes Chamäleon. Ihre Launen wechseln mit dem Wind und sie zu beschreiben, ist eigentlich unmöglich. Sie kann einerseits irrsinnig freundlich und liebenswürdig sein, sodass sie jeder gern hat. Andererseits aber ist sie absolut ekelhaft und gefühllos und man kann sie eigentlich nur hassen und verabscheuen. Sie ist freundlich und zuvorkommend und dann plötzlich wieder unfreundlich, mürrisch und schnippisch. Es ist recht schwierig mit ihr umzugehen und es fällt auch denen, die sich als ihre Freunde bezeichnen, nicht immer leicht, mit ihrem Wesen klarzukommen.

Wenn man sich mit ihr trifft und sie gut gelaunt ist, kann es schon passieren, dass man sich mit einem falschen Satz das Treffen komplett ruiniert. Sie ist recht oft gut gelaunt, aber wenn man irgendetwas erwähnt oder sagt, das ihr nicht so ganz in den Kram passt, kann sie recht böse werden und ungemütlich. Kalt und gefühllos ist sie oft, wenn es um Menschen geht, die sie nicht sonderlich mag. Sie sagt, was sie denkt über etwas oder jemanden, auch wenn dieser daneben steht, da ist sie recht kalt. Unpünktlichkeit ist auch ein Thema, wo man sich sicher sein kann, dass sie nicht gut auf jemanden zu sprechen ist. Wenn man zu spät kommt, sollte man besser sehr krank sein und sich durch irgendwen entschuldigen und gar nicht erscheinen oder man muss irgendwie das Treffen durchstehen mit einer sehr bissigen Elyea. Sie ist dann sehr schlecht gelaunt und furchtbar zickig.

Für wirklich gute Freunde ist Elyea immer da und eine gute Zuhörerin, die eigentlich nie jemandem im Stich lässt. Außerdem ist sie absolut ehrlich und man würde ihr eine Lüge an der Nasenspitze ansehen, da sie das überhaupt nicht kann, also versucht sie es erst gar nicht. Außerdem ist sie der Meinung, dass Leute die Wahrheit hören sollten und diese sie verdienen, ob positiv oder negativ.
Sie kann nur sehr selten still sitzen, dafür ist sie viel zu quirlig und gewohnt irgendetwas zu tun. Wenn sie einmal sitzt, dann sind ihre Hände oft damit beschäftigt, mit ihren Haaren zu spielen. Wirklich ruhig ist sie selten.

Wenn Elyea nicht im Schloss ist, sondern ihre Freizeit genießt, legt sie meist auch die anerzogene Etikette ab, so weit es geht. Sie ist dann oft viel zu direkt, was sie sich mit ihrer Ehrlichkeit angewöhnt hatte, da sie jedem ins Gesicht sagt, was sie von ihm hält. Sie spricht ihre Gedanken aus und denkt erst danach darüber nach, ob das hätte sein müssen oder nicht. Aber sie bereut nur sehr selten, was sie sagt, auch wenn sie jemanden damit verletzt. Ihrer Meinung nach hatten dumme Leute auch verdient, zu erfahren, dass sie dumm waren. Sie findet es idiotisch, jemandem nicht zu sagen, was man von einem dachte und nimmt selbst die Kritik auch recht gut auf, wenn sie einmal jemandem begegnet, der so offen ist wie sie.

Richtig aufbrausend und jähzornig kann Elyea ab und zu werden, da sie ein sehr ungeduldiger Mensch ist. Wenn etwas nicht so geschieht, wie sie es erwartet hatte oder es zu lange dauert, wird sie schlecht gelaunt, was zur Folge hat, dass sie aus der Haut fährt. In ihrer Nähe zu stehen ist dann meist nicht sehr klug, da sie auch um sich schlagen kann, wenn sie wirklich wütend wird. Meist beruhigt sie sich sehr schnell wieder, aber dem ist nicht zu trauen. Vor einem Sturm ist es auch oft ruhig und dann geht’s erst richtig los, so ist es auch bei Elyea.

Elyea ist schrecklich stur, wenn es darum geht, ihre Meinung und Ansicht durchzusetzen. Sie akzeptiert nicht gern, wenn jemand anderer Recht hat und sie im Unrecht ist. Ihre Neugierde ist wohl ein ebenso schlimmes Manko wie ihre Sturheit und kann manchen ganz schön auf die Nerven gehen. Aber sie weiß sich am Riemen zu reißen und manchmal die Fragen zurückzuhalten, die ihr auf der Zunge brennen. Nur ihrem Vater gegenüber hat sie sich absolut im Griff. Nur ein Blick von ihm lässt sie verstummen und sie hat gelernt, dass es einfach keinen Sinn hatte, sich mit ihm anzulegen. Bei ihrer Mutter ist sie allerdings ein wenig uneinsichtiger und so kann es zwischen ihnen schon ab und zu zu recht heftigen Auseinandersetzungen kommen.


Stärken und Schwächen
Eine ihrer Stärken ist mit Sicherheit ihr Talent. Unter ihrer Hand blüht jede Pflanze auf und wenn sie noch so verdurstet ist und welk. Es scheint fast so, als gäbe sie ihnen Hoffnung und einen Grund, neu zu erblühen. überall hat sie ihre schönen Begleiter aufgestellt, die sie auch in ihrem Leben bestärken und ihr immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Gegenüber Zerstörung von pflanzlichem Leben ist sie schockiert, wütend und verletzt. Wenn irgendjemand eine Pflanze in ihrer Gegenwart schlecht behandelt oder zerstört, kann die Prinzessin schon einmal ordentlich ausrasten. Hier geht sie allerdings ein wenig gezielter vor, als einfach nur um sich zu schlagen. Wenn jemand eine Pflanze verletzt hatte, bekam er die Rache auf gleiche Weise zurückgezahlt. Es schreckt einen Menschen wohl sehr, wenn vor ihm plötzlich Gewirrbäume, Schlauschlingen oder Schattenboxpflanzen erblühen und mit rasender Geschwindigkeit wachsen.

Tanzen zählt zu einer ihrer Leidenschaften, was sie auch recht gut beherrscht. Das sind wohl die Augenblicke, wo sie richtig gelöst und frei ist, sich so gibt, wie sie ist, ohne sich hinter irgendetwas zu verstecken oder zu versuchen nett zu sein, ihre höfliche Maske aufrecht zu erhalten. Hier lebt sie einfach, drückt ihre Gefühle, ihre Emotionen durch den Tanz aus. Sie kann sich eigentlich zu so gut wie jeder Musik bewegen, wenn sie auch nicht alle Musik schätzt oder mag. Mit geschlossenen Augen einfach der Melodie entlang treiben ist etwas, was sie mag und immer wieder genießt.

Elyea hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, wenn es um Namen, Gesichter und Geschichten geht. Sie merkt sich eine Person sofort und weiß auch, wann und wo sie sie schon einmal gesehen hat. Allerdings hapert es bei ihr ziemlich mit Zahlen. Ein mathematisches Genie wäre sie nie geworden und mathematische Aufgaben sind ihr ein Graus. Es war ihr verhasst, bei ihrem Lehrmeister – einem alten Zentauren – Mathematik zu lernen und versuchen dessen komplizierte Ausführungen zu verstehen.


Vorlieben und Abneigungen
Elyeas absolute Leidenschaft gilt den Pflanzen. Jede einzelne, sei sie für andere noch so hässlich und nutzlos, ist für sie ein Geschenk der Natur. Sie kann auch den Gewirrbäumen und Dornenranken etwas abgewinnen und sei es nur ihre Nützlichkeit. In allen Gewächsen findet sie etwas, das ihr etwas bedeutet. Ihre absoluten Lieblinge unter den Blumen sind Gänseblümchen und deren große Verwandte, die Margeriten. Wenn ihr ein Mann eine Freude machen will, schenkt er ihr keine Rosen, die sie zwar mag, für sie aber nichts Besonderes sind, da sie immer von jedem als Geschenk auserkoren werden. Die kleinen unscheinbaren Pflanzen haben es ihr wesentlich mehr angetan. Auch Tiere mag sie recht gerne und hat auch hier ihre Favoriten. Sie hat keine Haustiere, aber die Zauberhasen und Zauberschnüffler sind ihre kleinen Lieblinge.

Elyea ist ein sehr ordentlicher Mensch und auch äußerst zuverlässig. Unpünktlichkeit, Unordnung und mangelnde Hygiene sind ihr ein Graus und sie kann schon ziemlich schnippig werden, wenn man ihr mit einem dieser übel begegnet. Vermutlich sind diese Abneigungen durch ihre Erziehung gegeben. Man könnte schon fast sagen, sie ist ein Ordnungsfanatiker. Alles hat seinen Platz und bei jedem Ding weiß sie genau, wo es ist. Wenn irgendwer ihre Ordnung durcheinander bringt, rastet sie mal kurz aus und versucht ihre geliebte Ordnung wieder herzustellen. In solchen Momenten sollte sich jeder außerhalb ihrer Reichweite befinden, da sie schon einmal um sich schlagen kann, wenn sie wirklich wütend wird.

Elyea liebt lesen. Sie kann stundenlang damit verbringen, sich in ein Buch zu vertiefen. Diese Leidenschaft teilt sie mit ihrem Vater und es kann schon vorkommen, dass beide ihre Zeit lesend in der Bibliothek verbringen. In diesem Zustand ist sie wohl am ruhigsten, gebannt von der Welt des Buches hält selbst ihr quirliger Körper bei dieser Beschäftigung still. Ebenso mag sie schöne Musik, die sie oft mit ihrer Mutter hört, begleitet von deren Illusionen.

Was sie auch gerne tut, ist spazieren gehen. Lange Spaziergänge durch den Dschungel, im Sonnenuntergang oder durch die Wiesen und Felder in der Umgebung. Sie liebt die frische Luft und die Natur und kostet dies aus, so oft sie kann. Lärm hingegen kann sie absolut nicht leiden. Das ist auch der Grund, warum sie sich immer wieder in Wälder und insgesamt in die Freiheit flüchtet. Sie versucht immer wieder den höfischen Zwängen zu entkommen, um die Stille zu genießen.

Elyea ist ein sehr fantasievoller Mensch und hat sich schon oft einfach eine eigene Traumwelt erschaffen, um sich dort zurückzuziehen. Auch lebt sie ihre Kreativität und Fantasie auf ihrem Zeichenblock aus. Darin ist sie zwar nicht so gut, aber sie hat Freude daran, Dinge auf Bildern einzufangen.


Vorgeschichte Tandy und ich sind schon seit Ewigkeiten Freundinnen, die Besten würde ich sagen. Ich hab sie kennen gelernt… ach lasst mich überlegen… Es war ein recht heißer Tag und der Hofkurier von meinem Vater – Crombie – hat seine Frau Juwel wieder einmal in ihren Höhlen besucht. Zurück ist er mit seiner kleinen Tochter gekommen, die unbedingt einmal das Schloss sehen wollte. Wir waren damals beide fünfjährige kleine Nervensägen… Ich glaub, die Zofen und Zimmermädchen und mein Kindermädchen sind an uns verzweifelt. Tandy hatte gerade ihr Talent entdeckt – Wutkoller zu schleudern – und ich konnte auch schon ein paar Pflanzen wachsen lassen und so waren wir eine recht explosive Mischung.

Anfangs beäugten wir uns doch recht misstrauisch. Ich in meinem Prinzessinnenkleidchen, während Tandy in Hosen herumtollen durfte. Wie hatte ich sie beneidet! Nun, ich tu es heute noch. Immerhin kann sie nun machen, was sie möchte, ist von zu Hause fort, während ich hier zur zukünftigen Königin dressiert werde. Aber ich schweife ab, was ich eigentlich nicht wollte. Ich soll euch ja etwas von meinem Leben erzählen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es an einem Leben einer Prinzessin nichts Interessantes gibt. Ich darf ja nichts…

Schon von klein auf hab ich mir andauernd von meiner Mutter und meinem Kindermädchen Mirabell – deren Name, finde ich, sollte genannt werden – anhören können, was ich darf und vor allem was ich nicht darf. »Sitz gerade«, »Schaukel nicht auf deinem Stuhl herum«, »Red nicht so viel«, »Lach nicht so laut«, »Iss anständig«, »Hör zu«, und und und… Die Dinge, die ich auferlegt bekam, die Verbote, zogen sich elendig dahin. Nur wenn ich in meinem Zimmer war, mich niemand beobachtete, da konnte ich ich selbst sein. Auf meinem Bett herum springen und mit dem »Ungeheuer unter meinem Bett«, Snorty, spielen.

Nein, falsch, man kann mit dem »Ungeheuer unterm Bett« nicht wirklich spielen. Aber ich erklär euch das. Ich hab mich immer auf mein Bett gesetzt und mit den Beinen gebaumelt und dann greift Snorty nach ihnen. Dann muss ein anständiges Mädchen natürlich kreischen. So hatte ich Spaß und auch Snorty… Der leider verschwunden ist, nachdem ich aufgehört hatte an »Ungeheuer unterm Bett« zu glauben. Ich hoffe, er hat ein anderes hübsches Bett mit einem kleinen Mädchen gefunden…

Auch konnte ich in meinem Zimmer so viel reden, wie ich wollte. Zwar nur mit meinen Spielsachen, aber immerhin. Ich ließ mir dann Pflanzen wachsen, mit denen ich mich unterhielt, auch wenn sie nicht antworteten. Auch herumhüpfen und alles andere war in meinem Zimmer erlaubt. Allerdings konnte ich mich dort nicht all zu oft aufhalten. Meine Mutter meinte immer, meine Erziehung sei wichtiger als meine Freizeit… Nun, so verbrachte ich recht viel Zeit mit Mirabell und eben seit ich fünf war auch mit Tandy.

Dadurch, dass Tandy aber in den Höhlen bei ihrer Mutter lebte, sahen wir uns nicht so oft, wie wir eigentlich wollten und sobald wir beide schreiben konnten, auch wenn wir es am Anfang mehr schlecht als recht beherrschten, schrieben wir uns Briefe, die entweder von Crombie oder von Brieftauben, die ja eigens dafür zuständig waren, überbracht wurden. Seither ist Tandy meine allerbeste Freundin und wir erzählten uns immer alles.


Hallo Tandy!

Schon wieder hab ich mit meiner Mama gestritten. Sie ist doof. Andauernd muss ich in dem dummen Audienzsaal sitzen und mir die ganzen Probleme von den Leuten anhören. Was interessiert mich das? Ich bin doch noch viel zu jung! Wer würde auf ein zehnjähriges Mädchen hören? Nur, weil Mama immer meint, dass das irgendwann meine Aufgabe sein wird.

Ich will doch gar nicht! Ich will Abenteuer erleben, will durch Xanth reisen, auf Drachen reiten. Das Schloss ist so furchtbar langweilig… Immer das Gleiche. Wenn wenigstens etwas passieren würde… Aber nichts. Und wenn ich einmal aus dem Schloss will und es ausnahmsweise darf, werd ich immer gleich von Eyan oder Antros begleitet. Ich hab sie ja gern, auch wenn sie beide den Mund nicht aufmachen können, aber ich bin zehn! Ich kann das auch alleine! Ich weiß, was gefährlich ist und außerdem bin ich die Prinzessin. Wer würde mir direkt vor dem Schloss etwas antun?

Gestern bin ich wieder draußen gewesen. Hab mir die Unterkünfte der Bediensteten anschauen wollen, weil ich neugierig war, wo Antros und Eyan eigentlich leben, aber Eyan wollte sie mir nicht zeigen. Hat es mir verboten, weil Mama gesagt hat, ich darf nicht. Warum auch immer, ich hab es nicht herausgefunden. Nun, ich bin wütend geworden, hab unschöne Dinge zu ihm gesagt. Aber er hat sich nicht einmal aufgeregt, sondern mich einfach nur angeschaut und … NICHTS gesagt! Mensch, dieser Zentaur kann einen echt wahnsinnig machen.

Na ja, er muss Mama was gesagt haben, denn ich bekam eine ziemliche Moralpredigt, dass ich die Bediensteten nicht zu beleidigen habe und musste mich bei Eyan entschuldigen.
Vielleicht hat aber Mama auch nur durch ihre Illusion zugehört? Ich weiß es nicht. Eigentlich glaub ich nicht, dass Eyan petzt. Und auch meine Entschuldigung hat er einfach zur Kenntnis genommen, ohne zu antworten. Echt, manchmal frage ich mich, ob er überhaupt reden kann…

Ich hoffe, ich seh dich bald wieder,
Elyea



Die Jahre waren insgesamt teils schön, teils recht anstrengend. Man glaubt gar nicht, wie viel an Etikette eine Prinzessin zu lernen hat! Es ist einfach zu viel. Oft hatte ich Lust, einfach abzuhauen… Ich habs auch versucht. Allerdings kam ich nie sonderlich weit. Entweder hatte mich Eyan oder Antros wieder eingefangen und nach Hause gebracht. Wirklich demütigend, aber was sollte ich tun? Einem Zentauren davon laufen? Einen Heermeister schlagen? Selten so gelacht. Außerdem waren sie immer da gewesen, wenn ich wieder einmal heulend von Mama davon gelaufen bin und haben mich mit ihrem Schweigen getröstet. Sie waren einfach immer da… Irgendwie zähle ich sie auch zu meinen Freunden, auch wenn beide viel älter sind als ich.

Ich durfte sogar schon auf Eyan reiten. Auch wenn er das wirklich nur sehr, sehr selten zulässt. Ich weiß nicht warum, ich finds toll. Er ist schön stark und auch irrsinnig schnell, wenn er galoppiert. Das erste Mal war wieder einmal gewesen, als ich versucht hatte abzuhauen. Ich war eigentlich schon recht weit gekommen, nur hatte ich den Fehler gemacht, ein kleines Feuer zu machen. Wie dumm kann man eigentlich sein? Auf jeden Fall hatte er mich gefunden. Frierend, hungrig und am ganzen Körper zitternd vor Müdigkeit. Ich war nämlich so intelligent gewesen, mitten in der Nacht abzuhauen, ohne etwas Richtiges zum Anziehen.

Er hat nicht viel gesagt, sondern nur geschaut, dass das Feuer richtig gelöscht war, bevor er mich kommentarlos auf seinen Rücken gehoben hatte. Ich hab mich an ihn gekuschelt und bin fast eingeschlafen, so schön war es, auf ihm reitend wieder ins warme Schloss gebracht zu werden. Ich weiß, dass er und Antros viel von meinen Dummheiten, meinen Fehlern mitbekommen hatten. Doch beide haben nie ein Wort darüber verloren, sich nie darüber lustig gemacht und das lässt mich ihnen vertrauen, mich bei ihnen wohl fühlen.


Hallo Tandy!

Warum warst du nicht beim Bankett von Daddys Geburtstag? Du hast was verpasst! Jetzt willst du bestimmt wissen was, oder? Na, du warst nicht da, also erzähl ich alles der Reihe nach.

Es war wieder so ein öffentliches Bankett, auf dem recht viele eingeladen waren. Hauptsächlich natürlich der Rat und dessen Familienmitglieder. Aber auch alle Bediensteten und deren Familien. Insgesamt also ein Anlass, an dem ich die »Prinzessin« sein muss und das von A bis Z und du weißt, wie sehr ich dieses Getue hasse. Meine Zofe Sira hat den ganzen Nachmittag damit verbracht, meine Haare dazu zu bringen, das zu tun, was sie wollte, dass sie tun. Auch das Kleid, in das sie mich gesteckt hatte.. Ich muss zugeben, das Ergebnis war fantastisch. Ich hab wirklich gut ausgeschaut darin, aber die damit verbundene Arbeit… Warum tut sich das jemand freiwillig an?

Aber das war eigentlich nicht das, was ich dir erzählen wollte. Vielleicht lass ich Mama eine Illusion von mir, wie ich da ausgeschaut habe, dir schicken… Dann siehst dus.
Der Anfang war wirklich langweilig. Die ganzen Glückwünsche und Reden von den Leuten. Ich hatte echt Mühe damit, die ganze Zeit freundlich zu lächeln und interessiert dreinzuschauen. Prinzessin sein ist ein anstrengender Job.

Dann hat Papa mit mir die Runde gemacht, die ganzen Gäste begrüßen. Auch Mama ist mitgegangen, aber ich glaube, keiner hat bemerkt, wie ich Blesk angekuckt hab. Ich weiß nicht, kannst du dich an ihn erinnern? Sein Dad ist im Rat und er war schon ab und zu beim Schloss. Aber richtig aufgefallen ist er mir erst diesen Abend. Zuerst noch nicht so. Er hat mich nur kurz mit »Freut mich, Prinzessin.« begrüßt. Warum sagt niemand Elyea zu mir? Na ja, auf jeden Fall später… Später ist der Abend noch toll geworden.

Ich hab alle beim Tanzen beobachtet und wollte auch. Aber wer wagte sich schon mich zu fragen, wenn der König und die Königin anwesend waren? Niemand. Es war so deprimierend, dabei wollte ich auch tanzen! Und dann… Dann kam auf einmal Blesk auf mich zu. Ich glaub, man hat an meinem Gesicht gesehen, wie überrascht ich gewesen war. Und ich glaub, meine Augen haben vor Freude richtig geleuchtet, als er mich dann fragte, ob ich mit ihm tanzen wolle. Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen! Endlich wer, der ein Erbarmen mit mir hatte! Und dann noch er. Ich glaub… Da hab ich mich verliebt…

Ja, du hast richtig gehört, ich hab mich bis über beide Ohren in Blesk verknallt. Er ist sooo süß und er kann Tanzen. Außerdem ist er schrecklich lieb zu mir. Wir haben miteinander geredet, sind dann in den Garten, wo es ein wenig ruhiger war, um zu plaudern. OK, es hab fast nur ich geredet, vielleicht weil ich so nervös war?
Als er dann mit seinem Dad gehen musste, war ich doch recht traurig, hab mich dann aber bei ihm dafür bedankt, dass er mit mir getanzt hatte und all meinen Mut zusammen genommen und auf die Backe geküsst. Glaubs mir, in meinem Bauch waren tausende von Schmetterlingen! Ich freu mich schon so, wenn ich ihn wieder sehe…

Ganz liebe Grüße,
bis bald!

Elyea



Nun, seither habe ich Blesk oft getroffen. Immer heimlich und fast immer auf der kleinen Lichtung, die er zum üben benutzte. Ich liebe ihn von ganzem Herzen und er mich genauso. Jeder verbotene Kuss lässt Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen, mir sagen, wie glücklich ich mit ihm war. Viel mehr ist noch nicht zwischen uns passiert. Natürlich, kleine Streicheleinheiten.. viele Küsse, aber wirklich mehr haben wir uns einfach noch nicht gewagt…

Eines Tages fand man dann heraus, dass der Vater von Blesk ein Verräter an meinem Dad war! Gott, war das ein schlimmer Tag! Ich hatte solche Angst, Blesk zu verlieren, ihn nie wieder sehen zu können… Man hatte Blesk in den Thronsaal geholt und ausgefragt, immer wieder. Und auch ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte. Meine Blicke zu ihm waren voller Zweifel, voller Angst. Ich hoffte so sehr, dass sich alles als Irrtum herausstellte… Irgendwann glaubte man ihm anscheinend, oder eher man entließ ihn, weil er nichts sagen konnte.

In den nächsten Wochen hatte ich Blesk nicht gesehen. Er wurde beobachtet und ich wagte es nicht, das Schloss zu verlassen, vor allem weil ich sehr genau wusste, dass auch Eyan und Antros Blesk ab und zu zu beobachten hatten und ihnen wollte ich nun wirklich nicht in die Hände fallen. Es waren die schlimmsten Wochen meines Lebens. Diese Ungewissheit…Diese Angst, dass seine Gefühle vielleicht nicht echt waren, dass er mich vielleicht nur benutzt hatte, um näher an das Königshaus heran zu kommen. Doch dann endlich traf ich ihn wieder an einem Nachmittag auf der Lichtung, kurz bevor er in den Rat gerufen wurde, bevor er Mitglied wurde.

Ich war damals auf der Lichtung so glücklich gewesen ihn wieder zu sehen… Und ich würde ihn nie aufgeben, hatte ich mir vorgenommen, nie. Nun musste ich nur noch gegen meine Mutter und meinen Vater ankommen, ihnen sagen, dass ich mein Leben selbst bestimmen wollte, selbst bestimmen, wen ich heiratete und dadurch – wenn es sein musste – auch auf das Amt der Königin verzichten. Ich weiß jetzt schon: Mama wird einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie das erfährt


Geschichte: