Chayenne Kureyri
Name
Chayenne Kureyri
Chayenne deswegen, weil ihre Mutter aus Frankreich kommt und mit diesem Namen Erinnerungen verbindet, da dieser einer geliebten Freundin, die schon in sehr jungen Jahren gestorben ist, gehört hat.
Alter
22 Jahre
Herkunft
Island / Reykjavík
Rasse / Gesinnung
Mensch / Offen
Aussehen
Der schlanke geschmeidige Körper und ihre raubtierhaften Bewegungen sind kennzeichnend für sie. Ein stolzes Auftreten und die Selbstsicherheit, so wie ihre erotische Ausstrahlung wirken oft anziehend und gleichzeitig respekteinflößend. Trotz ihrer biegsamen und wohlgeformten Gestalt, wirkt sie dennoch kraftvoll und überall kann man die feinen Muskeln erkennen, welche sich auf ihrer weichen Haut abzeichnen.
Ihre Augen, die von einem schönen aber bezwingenden hellbraun und durch einen grauen Ring umrahmt sind, fesseln automatisch die Blicke anderer. Lange, volle Wimpern umgeben diese faszinierenden Augen und sind meist in schwarze Tusche getaucht. Um den Augen noch mehr Ausdruck zu geben umgibt sie meist ein blausilberner Lidschatten.
Ihre vollen Lippen sind weich und wirken, als könne man in ihnen versinken. Oft haben sie einen matten Perlglanz, der von ihrem Lippenstift herrührt.
Auch wunderschön anzusehen an ihr sind ihre goldblonden Locken, die sich um ihr Gesicht kräuseln und einen eigenen Willen zu haben scheinen. Sie reichen bis unters Schulterblatt, sind dick und glänzen kraftstrotzend und gesund. Manchmal, wenn sie ihr lästig fallen oder unpraktisch sind, wird ihre Haarpracht zusammengefasst und fällt als Rossschwanz über ihren schönen, braungebrannten, samtigen Rücken.
Am liebsten kleidet sie sich in figurbetonte Dinge, um ihren Körper zur Geltung zu bringen und ihre Reize zu betonen. Sie hat sehr viel Geschmack, wenn es um die Auswahl ihrer Kleidung geht und bevorzugt Stoffe, die eng anliegen und den Körper wie eine zweite Haut umgeben. Allerdings läuft sie auch gern in Jeans durch die Gegend, da diese angenehm zu tragen sind und äußerst praktisch und haltbar.
Schmuck trägt sie selten, außer einer filigranen silbernen Kette, mit dem chinesischen Symbol der Freundschaft als Anhänger, den sie von ihrem Bruder bekommen hat und dem dazugehörigen Ring, der einfach nur aus einem schlichten Silberreif besteht.
An ihrer linken Fessel hat sie sich zum achtzehnten Geburtstag einen Panther tätowieren lassen, da diese die Geschöpfe sind, die sie am meisten bewunderte, ihre Bewegungen und ihre Kraft.
Charakter
Wenn man sie zum aller ersten Mal sieht wirkt sie auf einen arrogant und unnahbar. Erst ein zweiter Blick und ein näheres Kennen lernen überzeugt vom Gegenteil und zeigen, dass sie eine liebenswürdige und charmante Frau ist, die sich die Selbstgefälligkeit und den Hochmut nur als Schutz zugelegt hat, um nicht verletzt zu werden.
Ein weiterer ihrer Charakterzüge ist ihre Dickköpfigkeit und ihr Eigensinn. Was sie meint, will sie auch durchsetzen. Es benötigt schon viel Geduld und guter Argumente, um sie von einer festsitzenden Idee abzubringen. Aber sie ist sehr hilfsbereit und packt überall mit an, wo jemand gebraucht wird.
Ihre Intelligenz ist überdurchschnittlich, wird allerdings durch ihre Faulheit getrübt. Lernen aus Büchern liegt ihr nicht besonders und brachte ihr schon manche Schwierigkeiten in der Schule. Viel lieber lernt sie sich die Dinge durch Praxis an. Allerdings verschmäht sie Bücher keineswegs, sie war sogar eine richtige Leseratte, es kam nur auf den zu lesenden Inhalt an.
Auffallend ist an ihr auch der Umstand, dass sie allgemein immer gut gelaunt ist und sehr gerne lacht. Sie steckt andere durch ihre Fröhlichkeit regelrecht an, als wäre es eine, sich schnell verbreitende, Krankheit.
Eigenarten
Ihre regelrecht fanatische Liebe zu Katzen und deren großen Verwandten ist wohl eine ihrer auffälligsten Eigenarten, die Chayenne hat. Sie wird nicht nur gern mit ihnen verglichen, sondern sie versucht auch sich deren Bewegungsmuster, sowie ihre Geschmeidigkeit, Eleganz und Lautlosigkeit anzueignen.
Weiters ist ihre Schnelligkeit etwas aufzunehmen und zu verstehen verblüffend. Mit Sprachen hat sie sich nie schwer getan und spricht neben ihrer Muttersprache fließend englisch und französisch, das sie von ihrer Mutter gelernt hat. Auch andere Dinge, wie komplizierte Prozesse in der Chemie oder in sonstigen Fächern wurden von ihr schnell verstanden und erklärte sie bereitwillig allen anderen.
Männer in den Wahnsinn zu treiben, zu flirten und mit ihren Reizen zu spielen ist etwas, das sie einfach nicht lassen kann und manchmal zu einer regelrechten Sucht ausartet. Allerdings weiß sie sich auch zu wehren, wenn ihr ein Annäherungsversuch missfällt.
Schwächen
Ungeduld und ihre Faulheit sind die größten und auffälligsten Mängel, die sie besitzt. Wenn etwas nicht sofort geschieht kann sie recht zappelig werden. Sie lange warten zu lassen ist deswegen nicht empfehlenswert und Unpünktlichkeit hasst sie wie die Pest. Da kann sie dann schon mal unfreundlich zu jemandem werden.
Ihre Faulheit versucht sie allerdings immer wieder zu bekämpfen, was ihr allerdings nicht ganz gelingen mag. Sich hinzulegen und ein Buch zu lesen ist nun mal weniger anstrengend, als für die Schule zu lernen oder sich mit Sachtexten herumzuschlagen, obwohl sie die Hintergründe schnell versteht. Man benötigt schon an überredungskunst, um sie für so trockenen Stoff zu begeistern. Hat man das allerdings einmal geschafft, ist sie doch immer wieder erstaunt und fasziniert davon, wie schnell sie diese Dinge eigentlich versteht.
Fähigkeiten
Schwimmen ist eine große Leidenschaft von ihr und sie hat es sehr weit darin gebracht. Ebenso wie tauchen ist das etwas, das sie im Sommer regelmäßig und andauernd trainiert und macht.
Die zweite Sportliche Betätigung, die sie sehr gut beherrscht ist der Kampfsport. Sie hat schon sehr jung damit angefangen, da sie die Bewegungsabläufe und die Koordination daran, sowie die absolute Körperbeherrschung faszinieren. Dem Kung Fu hat sie sich somit komplett verschrieben und ist davon absolut begeistert.
Waffen
Nur ein Messer benutzt sie als Waffe, versteckt und befestigt am linken Unterarm, weswegen sie auch immer Uhr- und zeitlos ist, da das Messer sonst nicht zu ziehen wäre.
Es ist aus gutem Stahl gemacht und wurde ihr von ihrem Vater geschenkt, als sie sechzehn wurde und oft in der Nacht fort ging um sich zu amüsieren, um sich vor Gefahren zu schützen.
Lebenslauf
Schweißgebadet schreckte sie aus ihren Alpträumen hoch. “NEIN“ war das Einzige, das sie keuchend hervor brachte. “Nein“ wisperte sie noch einmal leise. Leise wimmernd, schlang sie ihre schlanken Arme um ihre Knie und drückte sie an ihren zitternden Körper. Sie war schweißgebadet, dennoch fühlte sich ihre Haut kalt an. Sachte wippte sie in dem Bett, das schon recht alt war und bei jeder Bewegung leise knarrte, vor und zurück.
Dieses vor und zurück, sowie das stetige Plätschern des Baches hinterm Haus, den sie durch das offene Fenster hörte, beruhigte sie langsam und sie kuschelte sich wieder unter die warme Decke. Dennoch blieb sie wach liegen und schaute starr an die hölzerne Decke des Zimmers.
In einer stürmischen verregneten Nacht mitten im August kam Chayenne als zweites Kind der Familie zur Welt. Die Geburt war schwer gewesen für Francoise und es grenzte an ein Wunder, dass sie durch das Kind nicht ihr Leben verloren hatte, aber ihr Wille und die Liebe zur Familie war stark und sie überlebte.
“Fang mich doch, Timo!“ hörte man die fröhliche Stimme eines dreijährigen Mädchens im Garten rufen, die mit ihrem geliebten Hund spielte, den sie vor kurzem bekommen hatte. Blonde Engelslocken umrahmten das kleine Gesicht, das einer hübschen Porzellanpuppe glich. Und hellbraune Augen schauten groß in die Welt, die so viele Reize beinhaltete, die alle wahrgenommen werden wollten.
So schnell sie auf ihren kleinen Beinchen, die in weiße Lackschühchen gezwängt waren, und in ihrem zitronengelben Kleidchen, das mit Spitze besetzt war, laufen konnte, rannte sie zu den Rosenbüschen, sich immer wieder umdrehend, ob ihr kleiner Freund ihr folgte.
Mit begeistertem Kläffen sprang der schwarze Yorkshire Terrier, der gerade mal ein Jahr alt war, hinterher. Als er sie erreicht hatte, flüchtete sie mit kleinmädchenhaftem Gekreische und Gekichere wieder und lief in die andere Richtung, an das Ende des Gartens, an den eine Straße grenzte. Wieder schaute sie sich nach dem Hund um und merkte dabei nicht, dass sie die ihr verbotene Grenze überschritten hatte, als der Terrier um sie herum sprang.
Reifen quietschten und das blanke Entsetzen sowie Angst lagen in ihren Augen, als der Wagen nur wenige Zentimeter vor ihr zum stehen kam und das gequälte Jaulen des Hundes, der unter den Reifen verschwand. Ihr war nichts passiert, kein Haar wurde ihr gekrümmt, aber der Hund, den sie so liebte war tot.
Bitterlich weinte sie den ganzen Tag und war weder von ihrem zwei Jahre älteren Bruder noch von ihren Eltern dazu zu bewegen, etwas von ihrem Geburtstagskuchen zu essen. Auch die ganzen Geschenke, die auf dem Gartentisch lagen, vermochten nicht ihr Interesse zu wecken.
Mit rot geweinten Augen saß sie auf dem steinernen Boden und streichelte über das blutig schwarze Fell Timos, den herzugeben sie sich geweigert hatte. Versucht hatte ihr Vater es wohl, was allerdings zu hysterischen Schreikrämpfen und zum festklammern des toten Körpers geführt hatte. So haben ihre Eltern ihr das Tier gelassen, in der Hoffnung, dass sie so schneller über dessen Tod hinwegkam.
Wunderschön war das Haus, in dem Chayenne und Marco bei ihren Eltern aufwuchsen. Ein großes weißes Gebäude, das aus zwei Stockwerken und einem prächtigen Holzbalkon bestand. Rundherum von einem wunderschönen, großen Garten umgeben, indem in den warmen Jahreszeiten die verschiedensten Blumen ihren Duft verströmten und viele Vögel und andere kleine Tierchen anlockten. Umrandet war der Garten, seit dem Tod des kleinen Hundes, der Garten von dichten Büschen, die regelmäßig zurechtgeschnitten und gestutzt wurden.
Sechs Jahre alt war Chayenne schon und der erste Schultag, dem sie sich schon lange entgegensehnte, stand vor der Tür. Seit Marco die Schulbank drückte, war sie immer begeistert und fasziniert davon gewesen, was er alles lernte. Immer wenn er seine Aufgaben gemacht hatte, hatte sie ihm über die Schulter geschaut und so schnell wie er lesen, schreiben und rechnen gelernt.
Voller Aufregung und Spannung betrat Chayenne das Klassenzimmer, in dem die Stühle in einem Kreis aufgestellt, und einige schon von erwartungsvoll dreinschauenden Kindern besetzt waren. Schnell wanderte ihr Blick über die teils bekannten, teils unbekannten Gesichter, bis er an ihrer Freundin, die sie gesucht hatte, hängen blieb. Genauso wie sie war sie von ihren Eltern, die sie gerade verabschiedeten, hergebracht worden.
Auch Chayennes Vater Jaan drückte ihr schnell einen Kuss auf die Stirn und flüsterte ihr, als sie ihn nochmals stürmisch umarmte, “Sei brav, Kleines und viel Spaß an deinem ersten Schultag.“ bevor er durch die Tür verschwand, durch die sie gerade eben noch zu zweit hereingekommen waren, um in seine Anwaltskanzlei zu fahren, die Jaan schon seit Jahren leitete.
Fröhlich, wie sie meistens war, setzte sie sich auf den Stuhl neben Ihre Freundin und wartete gespannt darauf, was nun kommen würde. Tatjana wohnte im Nachbarhaus und sie kannten sich seit sie denken konnte.
Schon nach ein paar Wochen ging sie nicht mehr mit solchem Elan und Begeisterung zur Schule. Dadurch, dass sie lesen und schreiben genauso wie rechnen schon mit ihrem Bruder gelernt hatte, langweilte sie sich im Unterricht und schnell ließ die Konzentration nach. Sie fing an in den Stunden an zu zeichnen und verlor dadurch irgendwann den Anschluss.
Zwar war sie intelligent genug um alles zu begreifen was sie lernen musste, aber es fehlte ihr oft das Interesse und die Lust daran und sie wurde faul. Ihre Noten verschlechterten sich und in all den Jahren würde sich dies nicht mehr bessern. Sie musste zwar nie ein Jahr wiederholen, da sie immer gerade noch die letzte Gelegenheit wahr nahm, um noch einmal davon zu kommen, aber die Faulheit blieb.
“Ach komm schon, nun zier dich nicht so…“
Chayenne war vierzehn, als ihr bester Freund Sascha dies zu ihr sagte. Er war gleich alt wie ihr Bruder Marco und durch diesen hatten sie sich auch kennen gelernt. Vor Jahren hatten sie sich getroffen, damals noch kleine Kinder, und sind Freunde geworden. Inzwischen hatte sich diese Freundschaft vertieft und sie vertrauten einander alles an. Außer ihrem Bruder erfuhr nur Sascha, was wirklich alles in Chayenne vorging.
Sie waren bei ihm zu Hause gewesen, wie schon so oft, und wollten einen Film anschauen. Sie hatten sich schon lange vorgenommen, sich diesen Film auszuleihen und ihn gemeinsam zu sehen und endlich hatten sie die Zeit dafür gefunden. Plötzlich legte er unterm Film einen Arm um ihre zierlichen Schultern um sie zu sich zu ziehen. Sie schaute ihn mit großen Augen an, einerseits nicht sicher, was er wollte, andererseits unsicher, ob sie mochte, was er tat. Er lächelte zärtlich und aufmunternd, als er ihre Schulter streichelte, um sie dazu zu überreden, sich an ihn zu schmiegen. Es war nicht das erste Mal, dass er sie im Arm gehalten hatte, also gab sie nach und ließ sich zu ihm ziehen.
Doch er wollte dieses Mal mehr als sie nur im Arm halten. Zärtlich drehte er mit einem Finger, den er ihr unters Kinn legte, ihren Kopf zu sich und schaute ihr tief in die Augen. Dann berührte er sanft ihre Lippen mit den Seinen und öffnete leicht seinen Mund, um mit seiner Zunge über ihre schön geschwungenen Lippen zu streichen. Da sie bis jetzt nichts getan hatte, vor allem ihn nicht weggestoßen, wagte er mehr und versuchte langsam mit seiner Zunge sie zum öffnen ihres Mundes zu bewegen und gleichzeitig fuhr er mit den Fingerspitzen ganz langsam und vorsichtig von ihrem Knie den Oberschenkel entlang das Bein hinauf. Zärtlich liebkoste er dann die Innenseite ihres schlanken Beines. Als er allerdings mutig genug wurde und seine Finger zwischen ihre Beine gleiten ließ, stieß sie ihn von sich und schaute ihn empört an.
“Ach komm schon, nun zier dich nicht so…“, entfuhr es ihm. Erschrocken sah er sie an und schlug er sich die Hand vor den Mund. Dass er das eben gerade gesagt und nicht nur gedacht hatte, wollte er wohl nicht glauben.
Wütend und enttäuscht von ihrem Freund stand sie wortlos auf und ging hinaus. Sie holte sich ihre Jacke, zog ihre Schuhe an und ging nach Hause. Sie war nicht zornig darüber was Sascha getan hatte, nur dass ER es war, der es getan hatte. Er war doch ihr bester Freund, derjenige, dem sie alles anvertraute… Sie war irritiert, dass er anscheinend nun anders fühlte als sie, und traurig. Sie wollte ihn nicht als Freund verlieren…
Zu Hause verschwand sie in ihrem Zimmer, ohne mit jemandem zu reden und legte sich aufs Bett. Sie war verwirrt, sich über ihre Gefühle nicht im Klaren und wollte Nachdenken. Warum hatte Sascha das nur getan? Was genau hatte er sich erwartet? Dass sie mit ihm schlief? Eine Beziehung? … Sie wusste es nicht und langsam begann sie sich selbst zu fragen, ob SIE das wollte. Sie schüttelte leicht den Kopf. Sie mochte Sascha, sehr…, fand ihn nett und er war auch fesch, aber er war und blieb ihr bester Freund. Sich vorzustellen eine Beziehung mit ihm zu haben war seltsam und irgendwie … falsch?
Mit dem Gedanken, dass sie richtig gehandelt hatte schlief sie ein, sich vornehmend, mit Sascha zu reden…
Am nächsten Tag rief sie Sascha so früh sie konnte an um sich mit ihm zu treffen. Er schien am Telefon recht erleichtert und glücklich zu sein sie zu hören. Als sie sich dann im Park, in dem sie oft waren, trafen, redeten sie lange miteinander. Er entschuldigte sich für das, was er getan hatte, war geknickt und über sich selbst ein wenig erschrocken was er gewagt hatte, ohne mit ihr darüber zu reden, wo sie doch sonst über alles miteinander reden konnten.
Als sie ihn fragte, warum … warum er die Freundschaft durch so eine Aktion gefährdet hatte, blickte er ihr traurig n die Augen “Weißt du es nicht? Fühlst du es nicht?“ Deprimiert über seine Aussage und sich hilflos fühlend, weil sie nicht so fühlte und dachte wie er, drehte sie sich weg und starrte auf die Blumen und Bäume im Park. “Aber ich liebe dich nicht.“ flüsterte sie, ohne sich umzuschauen, aus Angst in seine Augen schauen zu müssen, in denen sich die verletzen Gefühle spiegelten.
“Ich will dich nicht verlieren…“, presste sie zwischen ihren Lippen hervor, sich ruckartig umdrehend und ihn mit flehenden Augen anschauend. Langsam ging er auf sie zu und legte vorsichtig seine Arme um sie, als hätte er Angst, dass sie ihn wieder von sich stoßen würde. Anstatt dessen kuschelte sie sich an ihn “Du bist mein Freund… Ich brauch dich doch…“, flüsterte sie gegen seine Schulter, während er sie in seinen Armen hielt. “Ich werde dich nicht alleine lassen.“ entgegnete er ihr Aber dich ewig lieben.…
Er blieb bei ihr, war immer für sie da, wenn sie ihn brauche, so wie sie für ihn und sie war froh, ihren Freund nicht verloren zu haben.
Zu ihrem Bruder Marco hatte Chayenne stets ein ganz besonderes Verhältnis. Sie waren ihr ganzes Leben gut miteinander ausgekommen und er hatte immer auf sie aufgepasst, sich um sie gesorgt. Sie konnte mit ihm über alles reden und erzählte ihm all ihre Sorgen, Probleme und Freuden. Er war für sie ein Vorbild und Freund und sie hatte es noch nie verstanden und würde es wohl auch nie verstehen, dass andere Geschwister sich oft nicht verstanden. Für sie war ihr Bruder das Beste, das ihr je hatte passieren können.
Als Chayenne achtzehn wurde, schenkte er ihr eine silberne Kette mit einem Chinesischen Freundschaftsanhänger und einen dazupassenden Ring. Sie trägt diesen Schmuck bis heute und legte ihn nie ab. Es war für sie das Wertvollste, das sie besaß. Er gab ihr das um ihr zu zeigen, dass sie für ihn nicht nur seine kleine Schwester war, sondern auch seine Freundin, der er vertraute.
Zwei Wochen darauf verschwand er. Es war ein Samstag Abend und wie jede Woche ging er mit seinen Freunden in deren Stammlokal, um Billard zu spielen und zu plaudern, da sie alle arbeiteten und unter der Woche nicht so viel Zeit für einander hatten. Auch Chayenne, Tatjana und Sascha gehörten zu dieser Gruppe, die jede Woche fort ging, um sich zu treffen. Dieses Mal wollte Chayenne zu Hause bleiben. Ihr war nicht gut und sie legte sich lieber schlafen, um nicht krank zu werden. Also ging Marco alleine mit den anderen fort. Das war das letzte Mal, dass sie ihn sah, er kam nicht wieder.
Als er am nächsten Morgen wachte sie recht früh auf. Es ging ihr schon wieder besser und sie schlich sich leise in Marcos Zimmer, um sich an ihn zu kuscheln und bei ihm ein wenig weiter zu schlafen, wie so oft. Als sie die Tür öffnete sah sie sofort, dass das Bett leer war. Sie wunderte sich, so lange waren sie doch nie fort gegangen. Sie schaute sich nochmals um und auf die Uhr, um sich zu vergewissern, dass es wirklich schon Morgen war, bevor sie wieder in ihr Zimmer ging, um dort zu warten, bis ihre Eltern aufstanden.
Sobald sie sich sicher war, Sascha nicht mehr zu wecken, ging sie zum Telefon und rief ihn an, um ihn zu fragen, ob Marco vielleicht bei ihm sei. Es wäre ja möglich, wenn auch für Marco untypisch, dass er zu viel getrunken hatte und bei Sascha schlief, um nicht alleine nach Hause zu müssen.
Sascha jedoch war verwundert, da sie am vorigen Abend nicht all zu lange fort gewesen waren. Er erzählte ihr, dass sie das Lokal ungefähr um eins verlassen hatten, um nach Hause zu gehen. Die meiste Strecke des Weges gingen sie zusammen, da Sascha nicht weit von ihnen entfernt wohnte. Nur das letzte Stück war Marco also alleine gegangen und anscheinend nie zu Hause angekommen…
Sie informierte ihre Eltern und diese schalteten sofort die Polizei ein, informierten sie über alles was sie über Marco wissen mussten. Den ganzen Tag saß die ganze Familie ziemlich verzweifelt zu Hause, schrak hoch, wenn es an der Tür klingelte oder das Telefon ging, einerseits hoffend, dass es Marco war, andererseits voller Angst, die Nachricht und somit die Gewissheit zu bekommen, dass er nie wieder nach Hause kommen würde. Die schlimmsten Geschichten malten sie sich aus, aber Marco wurde nicht gefunden…
Am Nachmittag kam Tatjana vorbei. Sie war seit dem Kindergarten Chayennes beste Freundin neben Sascha und kannte die Familie recht gut. Sie ging hier so oft aus und ein, dass Marco für sie schon fast wie ein Bruder war. Schluchzend umarmte sie Chayenne, als sie von Marcos Verschwinden erfuhr. Sie war am Samstag mit den anderen dabei gewesen und hatte mit Marco an diesem Abend noch herumgeblödelt und geflirtet.
Tatjana war ein recht hübsches Mädchen mit seidigen langen schwarzen Haaren du genauso dunklen Augen. Ihr Gesicht war gebräunt und ihre Figur grazil, fast zerbrechlich. Ihre große Leidenschaft gehörte dem reiten und hatte auch Chayenne dazu gebracht. Diese war allerdings nicht so gut und hörte bald wieder auf, regelmäßig Stunden zu nehmen, sondern ging nur sporadisch mit Tatjana zum Reitstall.
Arm in Arm, sich gegenseitig tröstend und Mut zusprechend saßen sie den ganzen Tag auf der Couch. Mit tränennassen Augen und gerötetem Gesicht saßen sie einfach nur da und hielten sich fest. Einander Schutz und Stärke spendend, diese Situation irgendwie zu überstehen.
Spät in der Nacht ging Tatjana dann nach Hause, um schlafen zu gehen und auch Chayenne schleppte sich müde und verzweifelt in ihr Bett.
Wochenlang wurde nach ihm gesucht, Flyer geschrieben sowie Radio und Fernsehen benutzt, um Suchmeldungen zu machen, sogar Belohnungen wurden von Chayennes Familie geboten, wenn Marco doch nur gefunden wurde… Aber all ihr hoffen und suchen half nichts. Marco blieb verschollen und die Familie brach an dem Schmerz und der Verzweiflung, nichts tun zu können, langsam auseinander.
Jaan, ihr Vater arbeitete mehr, war kaum noch zu Hause und versuchte so, seinen Schmerz und die Trauer über den Verlust seines Sohnes zu verarbeiten.
Chayennes Mutter Francoise fing an, Alkohol zu trinken und zu Rauchen. Sie wurde zickig und unfreundlich. Chayenne wusste, dass das alles nur passierte, weil Marco verschwunden war und ihre Mutter dies tat, um irgendwie damit leben zu können. Aber sie fing an, ihre Mutter zu hassen und dafür zu verachten, dass sie sich so gehen ließ.
Auch Chayenne hatte sich seit dem Verschwinden von Marco verändert. Sie war nicht mehr so fröhlich wie früher und wirkte für viele arrogant und abgehoben. Nur die, die sie kannten wussten, dass das ein Schutz war, um sich nicht verletzen zu lassen. Es waren auch die einzigen, die durch ihre Mauer durchbrachen und wussten, wie sie sich wirklich fühlte und sie manchmal fröhlich erlebten.
Alpträume quälten sie seither, in hundert verschiedenen Varianten sah sie ihren Bruder sterben und nie konnte sie was dagegen tun. Sie machte sich jeden Morgen wieder Vorwürfe, sie gab sich die Schuld, die Schuld an seinem Tod.
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