Aiko

Name:
Ich heiße Aiko was auf Deutsch »Kind der Liebe« heißt.


Alter:
Mein Alter beträgt 11 Jahre und ich bin Waage vom Sternzeichen her.


Herkunft:
Aus dem fernen Japan stamme ich, einem kleinen Dorf in der Nähe von Sendai, direkt an der Küste des Meeres. Die Zeit kann ich nicht so genau bestimmen, aber da es noch Rikschas gibt als Hauptfortbewegungsmittel, denke ich, dass es so das 16. Jahrhundert gewesen sein muss.


Aussehen:
Mein Körper ist sehr schlank und anmutig in seinen Bewegungen. Die Haut ist fast elfenbeinfarben, wie man es bei Porzellanpuppen findet, mit denen mich meine Mutter oft verglichen hatte. Auch weist mein Körper auch schon die ersten Anzeichen der Weiblichkeit auf, die ich doch zu verstecken versuche, da ich nicht erwachsen werden will.

Das lange, seidig glänzende Haar würde über meinen Rücken fluten wie ein Wasserfall, würde ich es nicht in schlichten Zöpfen oder Schwänzen bändigen. Das Schimmern ist sanft, als würde das Sonnenlicht in meinen Haaren Fangen spielen. Zusammengebunden werden sie mit allem was ich finde, angefangen bei leichten Lederstreifen bis zu Vogelfedern und ähnliches.

Meine Augen besitzen die typische Mandelform und sind von einem hellen, fröhlich leuchtenden braun, das mit der Farbe der Rehe zu vergleichen ist. über diesen sitzen schmale Augenbrauen, die das sanfte Gesichtsbild vervollständigen. Meine Lippen sind recht schmal und weich geschwungen, besitzen die Farbe einer reifen Aprikose.

Meine Kleidung besteht aus einem weißen langen Hemd, das ich an hatte, als ich auf die Insel kam, sowie weichen Lederhosen, die ich mir hier gemacht habe. Die Farbe des Hemdes ist schon ein wenig verwaschen, dennoch schaue ich immer darauf, dass es sauber ist. Allerdings besitze ich nicht nur dieses eine Leibchen, sondern hab auch noch eines, das aus dem gleichen weichen Leder gemacht ist, wie meine Hose. Schmuck besitze ich keinen, aber ich wickle mir gerne weiße Bänder ins Haar oder um den Hals.


Charakter:
Alle sagen, dass ich ein äußerst freundliches Mädchen bin. Am Streiten liegt mir nicht viel. Eher bin ich hilfsbereit, fröhlich und lache gerne. Allerdings bin ich recht offen und die Schüchternheit, die ich anfangs auf Nimmerland hatte, habe ich vollkommen abgelegt. Inzwischen bin ich wohl eher neugierig und wissbegierig, weiß gerne alles, was um mich herum vorgeht. Dennoch werde ich eigentlich nie frech oder unhöflich, es seiden, man reizt meine Geduld aufs äußerste.

Ich bin keine Leiterin in dem Sinne, dass mir alle automatisch folgen, nein, ganz bestimmt nicht. Doch wenn ich eine Idee habe und sie vorschlage, wird sie meist positiv aufgenommen und auch umgesetzt. Vielleicht deswegen, weil ich viel nachdenke und so auch die Vorschläge meist ausgereifter sind als die der Spontanen. Für die ganz Kleinen unter uns spiel ich auch gern mal die Mami, wenn sie traurig sind und Heimweh haben. Aber auch ich suche manchmal jemanden, an den ich mich ankuschele und weinen kann, wenn's mir mal zu viel wird.


Reise ins Nimmerland:
Ich war das erste Kind, meiner noch recht jungen Eltern. So wie mein Name klingt, müssen sie mich wohl in Liebe gezeugt haben, doch wie mir scheint, nicht in Liebe für mich. Die ersten Jahre waren wunderschön - soweit ich mich noch daran erinnern kann. Ich wurde umsorgt, voller Stolz allen hergezeigt und nie aus den Augen gelassen. Das Juwel der Familie, so nannten sie mich oft. Ich wünschte manchmal, ich könnte die Zeit zurück drehen, wieder dort sein, von ihnen geliebt...

Dann wurde es mit den Jahren immer schlimmer. Meine Eltern hatten wohl zu viel Geld ausgegeben, auf jeden Fall wurde auf einmal alles um uns herum weggetragen und wir mussten umziehen. Ich glaube inzwischen, dass mein Dad gespielt hat und zwar um sehr viel. Mami war inzwischen auch schon wieder schwanger, während wir in einer kleinen Baracke landeten. Dauernd wurde gestritten und mit 8 wurde ich das erste Mal geschlagen.

Man trug mir auf, beim putzen und aufräumen zu helfen, Wasser zu tragen und auch zu kochen lernte ich. Papa kam immer recht spät nach Hause und roch meist auch nach Alkohol. Sobald er hier war, verkroch ich mich in meiner Ecke, ging schlafen oder schaute einfach, dass ich ihm aus dem Weg war. Aber er schien mich sowieso nicht wahrzunehmen. Nur meine Mutter mit ihrem dicken Bauch, die sah er und schlug sie, beschimpfte sie, so dass mir die Tränen hinunter rannen.

Als dann endlich das Baby da war, schien es ein paar Tage besser zu werden. Es war ein Junge, ich hatte ein Brüderchen, und mein Vater war glücklich. Ein Junge war nun einmal viel mehr wert als ein Mädchen wie ich. Sein Name war Masaru, was soviel wie Sieg, Gewinn bedeutete. Er konnte nichts dafür, aber ich hasste ihn. Alles drehte sich nur noch um ihn, wurde wegen ihm gemacht. Mich sah mein Vater überhaupt nicht mehr und auch meine Mutter behandelte mich nur noch wie ein Dienstmädchen, nicht wie ihre Tochter.

Als Masaru dann drei wurde, wollte ich verschwinden. Selbst in seinem Alter fing er schon an, mich mit bestimmenden Ton durch die Gegend zu schicken für was zu Trinken oder sein Spielzeug. Auch die Worte meiner Mutter, dass ich nun bald erwachsen sei und arbeiten gehen konnte um ebenso ein wenig Geld zu verdienen anstatt es nur zu verbrauchen, gaben mir den Rest. Ich wollte nicht erwachsen werden, nie. Und so wünschte ich mir eines Nachts, von hier weg zu kommen, irgendwo hin, wo ich nicht erwachsen werden musste, Kind bleiben durfte... und wachte in Nimmerland auf.

Erst kannte ich mich nicht aus, wunderte mich, was für eine Gegend das war. Schnell wurde ich von anderen Kindern gefunden, die mich zu den kleinen selbstgemachten Hütten brachten. Mikael hatte mich gefunden, ein abenteuerlustiger Junge, der mir die ganze Insel erklärte und wo ich hier gelandet war. Er strahlte soviel Fröhlichkeit und Abenteuerlust aus, dass ich schnell meinen Kummer vergaß und die Insel lieben lernte. Es kamen immer wieder neue Kinder, Kinder, die nicht erwachsen werden wollten, vergessen worden waren. Nur sehr selten gingen welche, die vor Heimweh hier nicht glücklich wurden und wieder nach Hause wollten. Ich wollte nicht zurück, nie wieder..


Geschichte: